Jubiläumsfest mit Betonsperren

Das Frankfurter Polizeipräsidium in der Adickesallee.Archivfoto: dpa  Foto:

Es kommt nicht oft vor, dass die Frankfurter Polizei zu sich nach Hause einlädt. Aber in diesem Jahr feiert sie das 150-jährige Bestehen ihres Präsidiums – mit einem Tag...

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FRANKFURT. Es kommt nicht oft vor, dass die Frankfurter Polizei zu sich nach Hause einlädt. Aber in diesem Jahr feiert sie das 150-jährige Bestehen ihres Präsidiums – mit einem Tag der offenen Tür am 24. Juni im Präsidium an der Adickesallee.

Mindestens 20 000 Besucher erwartet die Polizei, deshalb ist die Sicherheit ein großes Thema. Vor dem Hintergrund der jüngsten Terrorattacke am Samstag in London werde geprüft, ob das Sicherheitskonzept noch einmal verändert werden müsse, sagte Kriminaloberrätin Carina Lerch bei der Präsentation des Programms. Sie betonte, eine konkrete Gefährdungslage gebe es nicht.

Besser keine Rucksäcke mitbringen

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„Eine hohe dreistellige Anzahl“ an Beamten werde vor Ort sein. Wie viele davon ausschließlich zum Schutz der Veranstaltung abgestellt sind, wollte sie aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen. Betonsperren werden rund um das Präsidium aufgebaut, die Besucher müssen auf Einlasskontrollen gefasst sein (Ausweis bereithalten) und werden gebeten, keine Rucksäcke oder großen Taschen mitzubringen.

Bei aller gebotenen Vorsicht „wollen wir uns das Feiern nicht nehmen lassen“, sagte Lerch. Für die Bürger ist der Tag der offenen Tür eine Gelegenheit, in Bereiche vorzudringen, die ihnen sonst verschlossen bleiben. So kann zum Beispiel das Kriminalmuseum, sonst nur nach Anmeldung zugänglich, besichtigt werden. Zu sehen sind dort Exponate, die zu bekannten Frankfurter Fällen wie dem der Rosemarie Nitribitt gehören. Auch die Schießanlage ist zugänglich – „eine seltene Gelegenheit“, wie Lerch anmerkte.

Pickelhaube und Säbel

Pickelhaube und Säbel eines preußischen Schutzmanns verweisen auf die Anfangszeit: 1867 wurde die Stadt Frankfurt nach der Besetzung durch die Preußen dem preußischen Staatsverband eingegliedert, und in diesem Zug eine königlich preußische Polizeiverwaltung eingerichtet.

In den Innenhöfen des 2002 bezogenen Präsidiums gibt es einen Kinderbereich mit Bobby-Car-Rennen, die Gefangenensammelstelle kann besichtigt werden, und die Deutsche Post verkauft eine Sonderbriefmarke zum 150. Geburtstag. 25 000 Stück hat die Polizei drucken lassen, auf Wunsch kommt ein Sonderstempel obendrauf.

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Auf vier sogenannten Meilen mit den Themen Aktion, Prävention, Blaulicht und Kripo wird einiges geboten. Verfassungsschützer, Drogenhilfe, Sportjugend informieren, der hessische Kampfmittelräumdienst wird sogar Bomben dabeihaben, entschärft natürlich. Die Besucher können Diensthunde in Aktion erleben, Krimivorlesungen lauschen oder Polizeifahrzeuge begutachten. Man darf sogar einsteigen: „Fühlen Sie sich wie ein Polizist im Einsatz.“