Gewitter legt Frankfurter Flughafen lahm

Ein Unwetter ist über Rhein-Main gezogen und hat dabei unter anderem den Flughafen Frankfurt lahmgelegt. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Kurz und heftig ist eine Gewitterfront am Donnerstag über Hessen hinweggefegt. Der Frankfurter Flughafen musste vorübergehend seinen Betrieb einstellen, Dutzende Flüge fielen...

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FRANKFURT/RHEIN-MAIN. Kurz und heftig ist eine Gewitterfront am Donnerstag über Hessen hinweggefegt. Der Frankfurter Flughafen musste vorübergehend seinen Betrieb einstellen, Dutzende Flüge fielen bis zum Donnerstagnachmittag aus, wie Betreiber Fraport mitteilte. Die Deutsche Bahn stellte vorübergehend den Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof ein. Auf der A3 ging in Richtung Würzburg vorübergehend nichts mehr. In Mittelhessen berichtete die Polizei von mehreren Verletzten.

Ein Unwetter ist über Rhein-Main gezogen und hat dabei unter anderem den Flughafen Frankfurt lahmgelegt. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa
Im Heppenheimer Bahnhof meldet eine Anzeigentafel einen "umgestürzten Baum" auf der Strecke Frankfurt-Heidelberg. Foto: Matthias Rebsch

Am Frankfurter Flughafen waren nach Angaben des Betreibers Fraport rund eine halbe Stunde lang keine Starts und Landungen möglich. Die Flugzeuge, die im Anflug auf Frankfurt waren, mussten vorübergehend in der Luft bleiben, bis das Gewitter vorbeigezogen war. "Das machen wir üblicherweise bei Gewitter", sagte der Sprecher. Veranlasst worden sei die sogenannte Nullsteuerung gegen 15.20 Uhr. Auch die Bodenabfertigung wurde zwischenzeitlich eingestellt - es herrsche Blitzschlaggefahr auf dem Vorfeld. Bis zum Nachmittag wurden 109 Flüge annulliert, insgesamt waren für den gesamten Tag rund 1500 Starts und Landungen geplant.

Die Lufthansa reservierte vorausschauend 3000 Hotelzimmer, falls Passagiere stranden sollten. Die Fluggesellschaft stellte sich eigenen Angaben zufolge darauf ein, dass rund 6000 Passagiere und rund 40 Flüge von Auswirkungen der Gewitterfront betroffen sein könnten. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor Starkregen, Wind und Hagel gewarnt.

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Am Frankfurter Hauptbahnhof lief der Verkehr nach der rund einstündigen Sperrung am Nachmittag langsam wieder an. Grund sei gewesen, dass Strecken in der Umgebung möglicherweise durch umgestürzte Bäume blockiert seien, sagte eine Sprecherin der Bahn. Sowohl der Bahn- als der auch Regionalverkehr waren betroffen. Es müsse aber noch längere Zeit mit Verspätungen gerechnet werden, sagte die Sprecherin, nachdem der Betrieb gegen 16.30 Uhr wieder aufgenommen wurde.

Die Fahrgäste am Hauptbahnhof reagierten mit resigniertem Schulterzucken oder schlechter Laune. Auf fast allen Gleisen warteten Züge mit Verspätungen von bis zu 100 Minuten. Astrid Österreicher (35) wollte heimwärts nach Brüssel fahren, doch ihr ICE fiel aus. "Das ist kein Weltuntergang. Ich habe Urlaub, dann übernachte ich im Notfall eben in Frankfurt", sagte sie. Auch im S-Bahn-Verkehr kam es zu Störungen. Im Frankfurter Ostend stürzte zudem ein Baum auf eine Oberleitung, wie die Feuerwehr berichtete.

Wegen mehrerer bei Seligenstadt umgestürzter Bäume musste am Nachmittag die A3 in Richtung Würzburg gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. Der Verkehr staute sich demnach auf mehr als 20 Kilometern zurück bis zum Frankfurter Kreuz. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht. Auch an der A 66 blockierte ein Baum eine Ausfahrt, wie die Polizei in Offenbach berichtete.

In Mittelhessen berichtete die Polizei von mehreren Verletzten. Eine 20 Meter lange Jalousie löste sich an einem Café in Bad Vilbel und verletzte drei Menschen, einen davon schwer, wie ein Polizeisprecher in Gießen berichtete. Insgesamt zählte die mittelhessische Polizei wegen des Unwetters 40 Einsätze binnen einer Stunde.

In Frankfurt wurde ein Dach teilweise abgedeckt, in Langen gar eine Gartenhütte auf ein Auto geweht. Der Süden Hessens blieb weitgehend verschont. Es gab knapp über 30 Sturmschäden, vor allem abgeknickte Bäume und Äste. "Aber nichts Dramatisches", sagte ein Polizeisprecher in Darmstadt. In vielen weiteren Regionen Hessens stürzten Bäume um und brachen Äste ab. Wie das Polizeipräsidium Westhessen berichtete, waren deshalb auch einige Straßen kurzzeitig gesperrt, konnten aber schnell wieder frei geräumt werden.

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Von dpa/tfk