Wie die Küche zur Wellness-Oase wird

Gertrude Henn in ihrem Übungsraum in Gonsenheim. Hier leitet sie normalerweise Übungen zu autogenem Training an. Foto: hbz/Braun

Massage mit dem Nudelholz, Dampfmaske mit der Spülmaschine oder „Hot Sox“: Bei RTL zeigte die Gonsenheimer Entspannungstrainerin Gertrude Henn ihre Tipps.

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MAINZ. Mal ehrlich: Welcher Haushaltsschaffende, ob Frau oder Mann, hat seine Küche schon mal als Wellness-Oase empfunden? Zwischen Zwiebeln schälen und Abwasch Entspannung suchen – und finden? Doch, es ist möglich, versuchte RTL aufzuzeigen. Mit dabei: Gertrude Henn, Entspannungstrainerin aus Gonsenheim.

Spezielle Übungen für die Küche? Klar, die sind im Grunde nicht ihr Metier – mit der Idee sei RTL auf sie zugekommen, erzählt die 56-Jährige. Denn die Übungen, die sie lehrt, sind natürlich nicht für den Herd konzipiert, können zum Teil aber durchaus dort ausgeführt werden.

Gertrude Henns Schwerpunkte liegen auf autogenem Training, progressiver Muskelentspannung und Stressmanagementtraining, die einzeln oder in Gruppen gebucht werden können – auf Wunsch auch vor Ort beim Kunden. Meist jedoch hält sie ihre Trainings in ihrem Seminarraum in Gonsenheim, kurz SeminGo, ab. Auch ältere „Gunsenumer“ haben sich in diesen Räumlichkeiten schon entspannt. Denn sie waren einst Nebenräume der legendären „Dorfschänke“ in der Mainzer Straße. Ihr Wirt, Franz-Josef Henn, ist in Gonsenheim als „Hennfranz“ Teil des kollektiven Gedächtnisses – und ist Gertrude Henns Vater.

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Aber im Ernst: „Hot Soxs“ in der Mikrowelle erhitzen? Mit dem Nudelholz über verspannte Körperteile rollen? „Hot Stones“ kochen, sich dann auf die Dielen legen und das warme Gestein auf dem nackten Rücken drapieren? Das sieht, zugegeben, hinreißend aus, wenn RTL-Reporterin Lisa Siewert es ausprobiert, aber welcher normale Haushaltswerker wird es wagen, das nachzuahmen, ohne zu fürchten, dass ihn seine Angehörigen anschließend entmündigen?

„Die Ideen im Einzelnen stammen auch von RTL, ich hab das nur kommentiert“, so Gertrude Henn. „Ich fand das Konzept witzig, außerdem war es eine tolle Erfahrung, mal bei einer solchen Produktion dabei zu sein.“ Sie selbst war übrigens schon nach einer Dreiviertelstunde „abgedreht“ – schneller, als eingeplant war.

In den endgültigen Schnittfassungen war dann zwar wesentlich weniger von ihr zu hören und zu sehen, als aufgezeichnet worden war – „aber das ist normal“, weiß Gertrude Henn. Aber der Satz, der ihr am wichtigsten ist, blieb drin: „Bewusstes Wahrnehmen, bewusstes Spüren, nicht zu viel auf einmal machen, sondern sich erst gezielt etwas aussuchen – dann kann Entspannung wirken.“ Und dann werde auch Abwaschen oder Tee trinken zur Entspannungsübung.

Die längere Fassung, die nun in der RTL Hessen-Mediathek zu sehen ist, enthält eine Übung, die Gertrude Henn vorgeschlagen hatte: ein „Mandala“, ein Meditationsbild, aus Obststücken fertigen. Das lässt sich auf jeden Fall genießen. Spätestens, wenn es hinterher aufgegessen wird.