Vision einer besseren Verständigung: Interview mit Marieluise...

Seit Juni ist Marieluise Noll-Ziegler, Schulleiterin des Rabanus-Maurus-Gymnasiums Mainz, Club-Präsidentin. Archivfoto: hbz/Jörg Henkel  Foto:

Vor 40 Jahren wurde der Rotary Club Mainz-Churmeyntz gegründet. Seit Juni steht der dritte von heute fünf Mainzer Clubs unter der Präsidentschaft von Marieluise...

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MAINZ. Vor 40 Jahren wurde der Rotary Club Mainz-Churmeyntz gegründet. Seit Juni steht der dritte von heute fünf Mainzer Clubs unter der Präsidentschaft von Marieluise Noll-Ziegler. Im Interview berichtet die Schulleiterin des Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasiums von ihren Zielen und ihrer Motivation für das Ehrenamt.

Frau Noll-Ziegler, welche Motivation hatten Sie, das Amt der Präsidentin im Rotary Club Mainz-Churmeyntz zu übernehmen?

Seit 2009 engagiere ich mich als Mitglied in unserem Club. Die Rotary-Clubs vereinen weltweit Personen zusammen, um Dienst an der Gemeinschaft zu leisten. Wir haben ferner die Vision, zu einer besseren weltweiten Verständigung beizutragen. Da ist man als Einzelperson gefordert, sich einzubringen, denn nur gemeinsam kann man etwas bewegen. Bei Rotary werden die Aufgabenfelder, die Ämter, im Prinzip jährlich neu besetzt. Mir wurde angetragen, die Präsidentschaft für ein Jahr zu übernehmen, und ich habe mich dazu bereit erklärt.

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Welche Tätigkeitsfelder hatten Sie denn bislang?

Als Mitglied habe ich mich im Sinne der Gemeinschaft engagiert. In Mainz beispielsweise helfe ich jedes Jahr aktiv beim Weinverkauf mit, etwa beim Weinmarkt. Dort verkaufen wir gesponserten Wein, die Erlöse lassen wir lokalen und internationalen humanitären Hilfsprojekten zukommen. Beispiele in Mainz sind unter anderem die Vereine „Armut und Gesundheit“, „Street Jumper“ sowie „Flüsterpost“, das Kinderschutz-Zentrum und das Thaddäusheim in der Mainzer Oberstadt.

Ihr Club engagiert sich auch auf dem Feld des Künstlerischen – Sie vergeben einen Förderpreis.

Ja, den Förderpreis für junge Talente an der Hochschule für Musik Mainz. Es handelt sich um jährlich vergebene Geldpreise, die den Preisträgern die Möglichkeit geben, ihr Studium zu finanzieren oder sich spezifische Weiterbildungen zu leisten.

Welche Projekte unterstützen Sie im internationalen Bereich?

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Wir unterstützen im Nahen Osten zwei christliche Heime für Kriegswaisenkinder und ermöglichen ihnen ein Überleben und die Erziehung bis zum Schulabschluss. In Südafrika haben wir Tausenden den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. In Brasilien haben wir zusammen mit dem dortigen Rotary Club und dem „Human Network do Brasil“ zwei Schulen für elternlose Kinder gebaut. Aber auch Akut- und Katastrophenhilfe wird geleistet, beispielsweise beim Tsunami in Indonesien, dem Erdbeben in Haiti oder in den Kriegsgebieten in Syrien und im Nordirak. Wichtig ist, dass wir engagierte Mitglieder haben, die großen Wert darauf legen, die Hilfsgelder selbst zu überbringen. So wird sichergestellt, dass auch alles für die gedachten Zwecke verwendet wird.

Gibt es ein ganz besonderes Erfolgsprojekt, von dem Sie berichten möchten?

Die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung mit der Aktion „PolioPlus“. Die Verbreitung der Krankheit nähert sich sehr stark dem Ende zu. Das ist einer der größten Erfolge von Rotary International.

Woher kommt Ihr Drang zum ehrenamtlichen, sozialen Engagement?

Politisch bin ich überhaupt nicht engagiert, aber als Schulleiterin bringt man ohnehin viel Idealismus mit. Ich verstehe mich als kleines, aber vielleicht wirksames Rädchen im großen Räderwerk. Denen zur Seite stehen, die sich nicht selbst helfen können, so verstehe ich meinen Beruf – und mein Engagement bei Rotary.

Welche Aufgaben stehen als Nächstes an?

Wir haben viele nachhaltige Langzeitprojekte. Ich denke, dass im Bereich der Flüchtlingskinder noch viele Aufgaben auf uns warten. Die wichtigste Aufgabe ist, nicht nachzulassen.

Das Interview führte Torben Schröder.