OB-Wahl in Mainz: Schon jetzt mehr Briefwahlanträge als 2019

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Rund 1500 Anträge gehen pro Tag im Briefwahlbüro ein und müssen bearbeitet werden.

Rund drei Wochen vor der Mainzer OB-Wahl ist die Nachfrage nach der Stimmabgabe per Brief hoch. Bereits jetzt wurden mehr Anträge gestellt als bei der vergangenen Wahl insgesamt.

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Mainz. Im Briefwahlbüro im Stadthaus an der Großen Bleiche läuft der Betrieb rund drei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl auf Hochtouren. In den unteren Büros geben immer wieder Wählerinnen und Wähler direkt ihre Stimme ab, während ein Stockwerk darüber gedruckt, verpackt, kontrolliert und verschickt wird. Hier kümmern sich zu beiden Seiten eines langen Flures insgesamt 33 Leute darum, dass die Briefwahl reibungslos abläuft. Und diese Möglichkeit wird stark nachgefragt.

Insgesamt seien bereits 35.500 Anträge auf Briefwahl eingegangen, berichtet Bürgermeister Günter Beck (Grüne), der den Mitarbeitern bei einem Besuch mit kleinen Präsenten für ihr Engagement dankt. Im Vergleich zur vergangenen OB-Wahl 2019 bedeuten die über 35.000 eingegangenen Briefe bereits jetzt eine Steigerung der Zahl der Anträge.  Denn damals wurden bis zum Wahltag mit insgesamt rund 31.000 Anträgen weniger Anträge gestellt, als nun bereits bearbeitet wurden. Der Trend aus den vergangenen Jahren zu einer höheren Briefwahlquote setzt sich somit offensichtlich fort. Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung insgesamt könne man daraus allerdings nicht ziehen, betont Beck.

Auch wie viele ausgefüllte Stimmzettel bisher wieder von den Antragstellern eingesendet wurden und wie viele Menschen im Wahlbüro vor Ort ihre Stimme bereits abgegeben haben, sei nicht bekannt, sagt Brigitte Lehn aus der städtischen Abteilung für Statistik und Wahlen. Diese Zahlen würden nicht erfasst. Doch seien bereits „reichlich Briefe zurückgekommen“. Und auch die Mitarbeiter, die vor Ort die Stimmabgabe organisierten, hätten den ganzen Tag zu tun.

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An einzelnen Tagen gingen im Briefwahlbüro bis zu 6000 Briefwahlanträge ein, berichtet Lehn. Besonders die Montage seien oft heftig. Im Durchschnitt würden rund 1500 Anträge pro Tag bearbeitet. Besonders am Anfang, nach dem Versandt der Wahlbenachrichtigungen, sei es „steil losgegangen“. Nun merke man, dass die erste Welle vorüber sei. „Ab Mitte bis Ende dieser Woche kommen dann die Nachzügler, die jetzt merken, dass der Wahltermin bald ansteht“, schätzt sie.

Bürgermeister Günter Beck (Mitte) dankte den Mitarbeitern im Briefwahlbüro für ihr Engagement.
Bürgermeister Günter Beck (Mitte) dankte den Mitarbeitern im Briefwahlbüro für ihr Engagement. (© Harald Kaster)

Da die anstehende OB-Wahl anders als die vorherigen Urnengänge nicht weit im Voraus abzusehen war, seien diesmal deutlich mehr Mitarbeiter im Briefwahlbüro im Einsatz, so Lehn. Statt der rund 20 Leute bei der Wahl 2019 seien es nun 33, von denen 29 Auszubildende seien, die im Wechsel hier mitarbeiteten. Anders als sonst habe man statt einem Azubi-Jahrgang gleich zwei ins Briefwahlbüro geholt, weshalb deren eigentlicher Ausbildungsplan unterbrochen werden müsse. Der abrupte Abgang von Ex-OB Michael Ebling (SPD) habe es nämlich auch erschwert, in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit externe Mitarbeiter ins Briefwahlbüro zu holen.

Unsere Berichterstattung zur OB-Wahl finden Sie in unserem Schwerpunktthema „OB-Wahl in Mainz”

Neben den Anträgen für die OB-Wahl gehen an der Großen Bleiche auch die Briefwahlanträge für die Hechtsheimer Ortsvorsteherwahl ein, die in separaten Räumlichkeiten bearbeitet werden. Hier seien mittlerweile rund 3000 Anträge gestellt worden. An der ersten Runde der vergangenen Ortsvorsteherwahl hatten dort 2811 Menschen per Brief teilgenommen, was etwa 38 Prozent der insgesamt abgegebenen Stimmen entspricht. Bei der Stichwahl waren es 2450 Briefwahlstimmen bei 4520 abgegebenen Stimmen insgesamt.

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