Trotz Energiekrise soll Mainz in der Weihnachtszeit leuchten

Obwohl Mainz sparen will, halten Stadt und Werbegemeinschaft an der Weihnachtsbeleuchtung fest. Es gehe vor allem um den symbolischen Wert der Beleuchtung.

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MAINZ. Eine der obersten Devisen derzeit: Strom sparen. Eine der häufigsten Fragen, mit denen die Kommunen konfrontiert werden, ist die nach der Weihnachtsbeleuchtung. Die Deutsche Umwelthilfe fordert jetzt, auf die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten zu verzichten – angesichts der Energie- und der Klimakrise. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, meint, hier zu sparen und sich solidarisch zu zeigen, könne die Weihnachtszeit zu einer ganz besonderen machen. Dieser Ansicht ist man in Mainz nicht – im Gegenteil.

Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) ist weiter ganz klar für eine Weihnachtsbeleuchtung in Mainz. „Die Weihnachtsbeleuchtung ist mehr als nur ein paar Lichterketten“, sagt sie. „Diese Lichter haben Symbolcharakter, sie bringen Licht in die ohnehin schon dunkle Zeit.

Verzicht auf Beleuchtung steht nicht zur Debatte

Sie geben Hoffnung und stehen für Licht am Ende des Tunnels“, meint sie. Die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt sei ein sehr sensibles Feld; nicht umsonst habe die Stadt entschieden, die Weihnachtslichterketten unter anderem auf dem Markt auch in Coronazeiten, als es keinen Weihnachtsmarkt und keinen Weihnachtseinkaufsbummel gab, erstrahlen zu lassen. „Eine Weihnachtszeit ohne Weihnachtsbeleuchtung kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Manuela Matz. Aktuell stehe es nicht zur Debatte, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten – auch, wenn man noch nicht absehen könne, wie sich die Situation noch entwickele.

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OB Michael Ebling sehe das genauso, sagt sie. Er hatte unlängst ebenso betont, die Weihnachtsbeleuchtung nicht zur Disposition stellen zu wollen. Auch er hatte an den emotionalen Wert der Beleuchtung in der besinnlichen und dunklen Jahreszeit erinnert.

Zudem, das betont Manuela Matz, sei in Mainz inzwischen die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt, das spare enorm viel Strom. In Mainz finanziert die Stadt die Beleuchtung des Weihnachtsmarkts, also vor allem auch den beliebten Lichterhimmel vor dem Dom; Mainzplus sorgt für die Beleuchtung der Winterzeitmärkte unter anderem am Schillerplatz; die Werbegemeinschaft finanziert die Beleuchtung der Einkaufsstraßen.

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Mainzplus orientiert sich an Stadt

Mainzplus will sich in Sachen Weihnachtsbeleuchtung an den Entscheidungen der Stadt für den Dom-Weihnachtsmarkt orientieren, so Mainzplus-Marketingchef Philipp Meier. Auch Annette Plachetka, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, möchte eine illuminierte Innenstadt zur Vorweihnachtszeit. „Der Stromverbrauch ist das geringste Problem“, sagt sie. Durch die Umstellung auf LED habe man die Kosten dafür auf ein Zehntel reduzieren können. Für die Augustinerstraße beliefen sich die reinen Stromkosten im vergangenen Jahr beispielsweise auf wenige Hundert Euro. Der größte Batzen seien die Kosten für Auf- und Abbau, sagt Annette Plachetka.

Sehr dankbar sei sie, dass die Stadt dank der Gewerbesteuereinnahmen zugesagt habe, die Weihnachtsbeleuchtung mit 30.000 Euro zu bezuschussen. Die Gesamtkosten beliefen sich vergangenes Jahr auf etwa 36.000 Euro. Sie hoffe, dass sie auch dieses Jahr wieder Sponsoren auch für die reinen Stromkosten gewinnen könne. „Wenn man alles dunkel lässt, verstärkt das doch die depressive Stimmung nur noch“, sagt auch sie. Der Handel dürfte es zudem ohne Beleuchtung schwer im Weihnachtsgeschäft haben, glaubt sie.

Allerdings solle die Weihnachtsbeleuchtung in den Einkaufsstraßen dieses Jahr erst am späten Nachmittag eingeschaltet werden, so die Chefin der Werbegemeinschaft; zudem solle sie nicht, wie in den vergangenen Jahren, noch den Januar über hängen bleiben, sondern bis zum 6. Januar abgehängt sein.