Tödliche Messerstiche auf dem Mainzer Layenhof: Verletzte...

In dem Mehrfamilienhaus auf dem Layenhof in Mainz-Finthen ereignete sich die Bluttat. Die ägyptische Familie lebte hier seit über einem Jahr. Foto: hbz / Stefan Sämmer

Ein Ehemann ersticht seine Frau und verletzt ein anderes Pärchen schwer. Drei Tage nach der tödlichen Messersteicherei auf dem Layenhof sind nach wie vor einige Fragen offen.

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MAINZ. Auch drei Tage nach der Messerattacke, bei der am Ostersonntag auf dem Layenhof am Rande von Mainz-Finten eine Frau getötet wurde, ist es noch unklar, warum es zu dem tragischen Vorfall gekommen ist.

„Mutmaßlich aus familiären Gründen“, so hatten es Staatsanwaltschaft und Polizei Mainz an Ostermontag umschrieben, soll es zu der Tötung gekommen sein. Gegen 21.35 Uhr hatte ein 39-Jähriger auf seine 32 Jahre alte Ehefrau eingestochen, die Frau erlag noch am Tatort, der gemeinsamen Wohnung, ihren Verletzungen.

Beziehungen der Beteiligten untereinander unbekannt

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Zum Tatzeitpunkt hatten sich noch ein weiteres Ehepaar, 44 und 45 Jahre alt, in der Wohnung aufgehalten. Diese beiden wurden von dem tatverdächtigen 39-Jährigen schwer verletzt, ihr Zustand galt aber schon am Montag als stabil. Woher sich die beiden Paare kannten, bleibt offen: „Weiteres zu den Beziehungen der Beteiligten ist nicht bekannt“, lässt die Mainzer Staatsanwaltschaft auf Anfrage dieser Zeitung verlautbaren.

Klar sei jedenfalls, dass alle vier Erwachsenen die ägyptische Staatsangehörigkeit besaßen. Nach Auskunft der Stadt Mainz waren der Tatverdächtige und seine verstorbene Ehefrau anerkannte Asylbewerber.

Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

„Im Rahmen der gesundheitlichen Möglichkeiten“ sei nun eine erste Anhörung der beiden Tatzeugen beabsichtigt. „Zu welchem Zeitpunkt eine ausführliche förmliche Vernehmung stattfinden kann, hängt von der gesundheitlichen Entwicklung ab und lässt sich nicht prognostizieren“, teilt die Staatsanwaltschaft außerdem mit.

Der Verdächtige befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt. Gegen ihn war Haftbefehl wegen Mords an seiner Ehefrau und Mordversuch in zwei weiteren Fällen erlassen worden. Zunächst war mitgeteilt worden, dass der Haftbefehl auf Totschlag gelautet hätte.

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Schicksal der Kinder aktuell in Händen des Jugendamts

Darüber hinaus musste auch gerichtsmedizinisch geklärt werden, woran die 32-Jährige tatsächlich verstorben ist. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft war die Obduktion ihrer Leiche am Montagnachmittag abgeschlossen – demzufolge sei die Frau an nicht näher beschriebenen Stichverletzungen gestorben. Zudem würden die polizeilichen Ermittlungen noch andauern, hieß es.

Das Schicksal der Kinder des Opfers und ihres tatverdächtigen Ehemanns liegt indes in den Händen des Mainzer Jugendamts. Dieses hatte die Kleinen in Obhut genommen und in die Kindernotaufnahme gebracht, also in einen Schutzraum, in dem sie rund um die Uhr betreut werden können. Die Einrichtung betreibt die Stadt in Kooperation mit der Stiftung Juvente.

Üblicherweise müsse nun geprüft werden, ob die Kinder noch weitere Verwandte haben, die sie aufnehmen können. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste für sie eine Pflegefamilie gesucht werden.

Von Dominic Schreiner