Stadt Mainz unterstützt „Gutenberg Digital Hub“ von...

So sieht Coworking aus: Jeder hat einen Schreibtisch-Platz – Drucker und Meetingräume werden gemeinsam genutzt. Foto: Synthro  Foto: Synthro

Ein, so Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP), „dickes Ausrufezeichen“ soll mit dem „Gutenberg Digital Hub Mainz“ gesetzt werden. Und die Stadt wäre gern dabei....

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MAINZ. Ein, so Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP), „dickes Ausrufezeichen“ soll mit dem „Gutenberg Digital Hub Mainz“ gesetzt werden. Und die Stadt wäre gern dabei. Einstimmig empfahl der Wirtschaftsausschuss, sich dem regionalen Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen anzuschließen. Es geht darum, ein Zentrum für digitale Anwender aus Industrie, Startups, IT-Mittelstand und der Wissenschaft ins Leben zu rufen.

Bei „Digital Hubs“ handelt es sich um Technologie-Standorte wie etwa das – deutlich größere – Silicon Valley in den USA, das als Keimzelle der informationstechnologischen Vorherrschaft amerikanischer Unternehmen gilt. Zusammenarbeit und Vernetzung, woraus auf kurzen Wegen gemeinsame Innovation und Geschäftsmodelle entstehen, sind wesentliche Kernelemente der Idee.

Das Bundesministerium für Wirtschaft hat sich die Schaffung eines Hub-Netzes in Deutschland zum Ziel gesetzt. Insgesamt erstreckt sich die „Digital Hub Initiative“ des Bundes auf zwölf Standorte, die jeweils an einzelnen Schwerpunktbranchen orientiert sind – in Ludwigshafen/Mannheim beispielsweise Chemie und Gesundheit, in Frankfurt/Darmstadt Finanztechnologie und Cybersicherheit.

Das Mainzer Konzept sieht keine solche Spezialisierung vor. Der Kreis der Initiatoren reicht von der Schott AG über die VRM, in der auch diese Zeitung erscheint, und das ZDF bis zur Industrie- und Handelskammer, den Stadtwerken, der Hochschule und dem Startup-Netzwerk. „Wir als Landeshauptstadt würden gern Gründungsmitglied werden, weil das Thema Digitalisierung ein äußerst wichtiges ist“, hielt Sitte fest, „die Mainzer Mittelstandsförderung war bei der Entstehung und Gründung sehr aktiv dabei“. Andreas Behringer (SPD) pflichtete bei: „Das ist sehr gut investiertes Geld.“ Sitte bat sichtlich erfreut („so ein Lob gibt es selten“) darum, die Anmerkung gleich mit ins Protokoll des ansonsten eher wortkargen Ausschusses aufzunehmen.

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Finanziert wird der „Gutenberg Digital Hub Mainz“ durch Mitgliedsbeiträge, Sponsorengelder und den Verkauf von Leistungen. Unternehmen und Privatpersonen können Mitglied werden, um die Angebote und Ressourcen des Standorts zu nutzen. Mögliche Finanzierungslücken könnten, so die Hoffnung der Stadtverwaltung, vom Land gedeckt werden. Die Stadt Mainz will, sofern die Ausschussempfehlung im Stadtrat bestätigt wird, in den Jahren 2017 bis 2019 jeweils 15 000 Euro beisteuern. Für den Projektbeginn ist das erste Quartal 2018 angepeilt.

Bestandteil der Räumlichkeiten sollen neben Arbeitsplätzen, Co-Working-Spaces, Besprechungsräumen und Event-Flächen auch so genannte „Digital-Labs“ sein, in denen neue Geschäftsmodelle für die hiesige Wirtschaft entwickelt werden. „Der private Sektor wird sich sehr stark beteiligen“, kündigte Sitte an. Der Standort steht noch nicht fest, zunächst soll bis Ende des Jahres die Vereinsgründung erfolgen.