Spiel auf Zeit: Kommentar von Carina Schmidt zur geplanten...

Das Müllheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue in Mainz. Dort ist die Stadt Wiesbaden mit 12,9 Prozent beteiligt. Nun könnte ein solches Kraftwerk auch in Wiesbaden gebaut werden. Foto: René Vigneron

Der Mainzer OB Michael Ebling und sein Wiesbadener Pendant Sven Gerich stellen bei allerlei Gelegenheiten die gute Zusammenarbeit der beiden Landeshauptstädte zur Schau. Nur...

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MAINZ/WIESBADEN. Wenn es darum geht, in der Öffentlichkeit die gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zwischen Mainz und Wiesbaden zur Schau zu stellen, lassen sich Oberbürgermeister Michael Ebling und sein Wiesbadener Pendant Sven Gerich nicht zweimal bitten. Dann stehen sie zusammen im medialen Rampenlicht und lächeln. Händeschüttelnd, bierzapfend, spatenstechend. Dass sich die SPD-Politiker trotz der Rivalität der beiden Landeshauptstädte gut verstehen, ist grundsätzlich eine prima Sache. Und nicht nur das. Es ist sinnvoll und notwendig, in bestimmten Bereichen zu kooperieren, wie beim Verkehr, der Energieversorgung, dem Tourismus und in der Kultur.

Doch wie gut arbeiten die beiden neben ihrer kunstvoll inszenierten OB-Freundschaft wirklich zusammen, wenn es ernst wird? Und wie halten sie es mit der Öffentlichkeitsarbeit? Beim schwierigen Thema Müllverbrennungsanlage in Wiesbaden haben sich Ebling und Gerich trotz Pressenanfrage bislang nicht geäußert. Stattdessen spielen sie auf Zeit und schicken ihre Dezernenten vor – wie so oft, wenn es um unangenehme Themen geht, mit denen Oberbürgermeister nicht glänzen können. Das lässt nicht nur darauf schließen, dass sich die SPD-Politiker bei dem Thema alles andere als einig sind. Es kratzt auch an ihrer Glaubwürdigkeit.