Rosenmontagszug in Mainz findet statt - aber ohne Pferde und...

Der Rosenmontagszug in Mainz. Foto: Sascha Kopp

Nachdem sich der MCV mit Experten und Meteorologen beraten hat, ist die Entscheidung gefallen: Der Rosenmontagszug in Mainz wird stattfinden - allerdings mit Einschränkungen.

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MAINZ. Um 15.45 Uhr herrschte am Sonntag Gewissheit. Da verkündetete der Mainzer Carneval-Verein (MCV): Der Rosenmontagszug findet statt. Trotz des herannahenden Sturmtiefs „Bennet“ und schlechter Wetterprognosen, die immer noch Windböen von bis zu 90 Stundenkilometern vorhersagen. Um 11.11 Uhr soll es wie geplant in der Boppstraße losgehen – allerdings mit Einschränkungen. In Abstimmung mit den reitenden Gardisten der Ranzen-, Füsilier- und Prinzengarde und nach Beratung mit Tierarzt Kai Kreling wurde entschieden, auf die Mitnahme von Pferden zu verzichten.

„Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, zumal wir uns das ganze Jahr intensiv auf die Teilnahme am Rosenmontagszug vorbereitet haben“, sagte Harald Faerber, Generalfeldmarschall und Vizepräsident der Mainzer Prinzengarde. Doch man sei auch dem Tierwohl verpflichtet. „Der Wind macht die Tiere ohnehin schon sensibel“, erklärte MCV-Pressesprecher Michael Bonewitz. Dadurch seien die Pferde nervös und könnten leichter aufgeschreckt werden. „Wenn dann Sachen herumflattern, könnten die Pferde scheuen“, so Bonewitz weiter.

Deshalb müssen alle Pferde zuhause bleiben. Das gilt nicht nur für die Reiter, sondern auch für die Kutschen. Vor allem die Ranzengarde steht dadurch vor großen Problemen. Bei der ältesten Mainzer Garde werden alle vier Wagen von Pferden gezogen. Am Montag wird nun lediglich der Verpflegungswagen mit dabei sein, der von einem Traktor gezogen wird. Den hatte sich die Ranzengarde am Sonntag noch organisiert. Kadetten-, Veteranen- und Kommandowagen bleiben jedoch im Depot.

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Fraglich, ob die Schwellköpp mitlaufen

Auch auf Fahnen und Schilder wird beim Umzug verzichtet. Am Montagmorgen soll außerdem entschieden werden, ob die Schwellköpp mitlaufen werden. „Am liebsten will man natürlich, dass alles mitgeht. Aber man muss abwägen“, sagte Bonewitz, nachdem sich die MCV-Verantwortlichen am Sonntag mit Sicherheitsexperten und Meteorologen beraten hatten. Schon in den vergangenen Tagen hatten außerdem die Standbetreiber und Techniker an den Bühnen die Anweisung erhalten, sämtliche Buden, Stände, Bühnen, Tribünen, Zelte und Banner wetter- und windfest zu befestigen. „Wir erweitern diesen Hinweis an alle Stand- und Budenbetreiber oder auch an Privatpersonen, die Zelte oder ähnliches entlang der Strecke aufstellen wollen, auch wenn diese nicht in den Verantwortungsbereich des MCV fallen“, sagte MCV-Präsident Reinhard Urban. Ganz unabhängig von der Wetterlage trage jeder Besucher grundsätzlich ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit.

Laut Meteorologe Dominik Jung müsse man ab 9 Uhr mit dem Beginn des Sturms rechnen. Der Höhepunkt werde zwischen 11 und 14 Uhr erwartet. „Innerhalb von Schauern können auch Höhenwinde von 100 Stundenkilometern herunterkommen.“ Ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, den Zug stattfinden zu lassen, könne man erst am Montagabend sagen, so Jung. „Es kann gut gehen, es kann aber auch schief gehen.“ Der Meteorologe empfiehlt, sich bei starkem Wind nicht in der Nähe von Bäumen und Gerüsten aufzuhalten. „In der Stadt kann einem bei einer Windböe immer etwas auf den Kopf fallen“, warnt Jung. Er selbst will am Montagvormittag entscheiden, ob er zum Umzug geht. Dann könne man anhand der Livedaten sehen, wie stark Sturmtief Bennet wirklich wird.