Porträt mit Prost-Faktor: Mainz-Ebersheimer Familienbetrieb...

Prost! Auf das Zehnjährige von Rheinhessen-Bräu stößt OB Michael Ebling (Mitte) gerne mit den Inhabern Peter (v.l.) und seinem Sohn Christian Karl an.Foto: hbz/Michael Bahr  Foto: hbz/Michael Bahr

Das Reinheitsgebot für deutsches Bier wird 501 Jahre alt. Für die kleine Brauerei „Rheinhessen-Bräu“ war dieser Geburtstag Anlass für einen Tag der offenen Tür, bei dem...

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EBERSHEIM. Das Reinheitsgebot für deutsches Bier wird 501 Jahre alt. Für die kleine Brauerei „Rheinhessen-Bräu“ war dieser Geburtstag Anlass für einen Tag der offenen Tür, bei dem der Familienbetrieb im Reiterweg 7 mit 600 Gästen auch gleich noch sein zehnjähriges Bestehen feierte. Ein Porträt eines florierenden Unternehmens.

„Wir reichen unsere Biere hin und wieder zu Verkostungen ein, und in aller Regel schneiden wir dabei sehr gut ab“, berichtet Christian Karl, der die Familien-Brauerei im Jahr 2007 gemeinsam mit seinem Vater Peter gründete. „So wurde unsere Brauerei im letzten Jahr zur besten Brauerei in Rheinland-Pfalz von ,Selection – das Genussmagazin‘ gekürt – und unser Dunkles war mehrfach bei Verkostungen unter den Top 3 von Hunderten.“ Karl ist 38 Jahre alt und wohnt mit seiner Familie auf dem Brauerei-Gelände im Süden des Stadtteils. „Ich bin Diplom-Betriebswirt (FH) des Studiengangs ,Internationaler Agrarhandel‘, durch jahrelange Erfahrung im Wein- und Ackerbau war das Quereinsteigen gut machbar.“ Ob des „starken Anfangswachstums und damit verbunden zu viel Arbeit für die Familie“ habe man nach kurzer Zeit zusätzlich mit Sebastian Selz einen Brauer eingestellt.

Aktuell hat die Brauerei vier Angestellte in Teil- und Vollzeit. „Die ganze Familie hilft mit“, sagt Christian Karl, der als Geschäftsleiter ab und zu in Vertretung des Brauers auch selbst brauen darf. „Wir ziehen alle an einem Strang, sonst würde es nicht funktionieren.“ Der Gesamtbetrieb besteht aus der Brauerei und einem traditionellen rheinhessischen Wein- und Ackerbaubetrieb. „Das Ganze zusammen ist mein Hauptberuf und meine Berufung.“ Ursprung für „Rheinhessen-Bräu“ war der traditionelle Gerstenanbau im landwirtschaftlichen Betrieb. „Heftige Preisschwankungen brachten uns auf den Gedanken, dass es besser wäre, die Gerste selbst zu vermarkten“, so Christian Karl. „Da war die Idee einer eigenen Brauerei schnell geboren. Wie die Traube zum Wein, so auch die eigens angebaute Braugerste zu Bier.“

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Je nach Jahreszeit braue man sehr unterschiedlich. „Auf jeden Fall zu viel zum selbst trinken“, schmunzelt der Ebersheimer. „Pro Sud werden 1000 Liter Bier hergestellt. Die komplette Produktion – vom Gerstenanbau, dem Brauen bis zu Abfüllung und Vertrieb – erfolgt direkt im Hof in Ebersheim.“

Das Brauen, also die Herstellung der Stammwürze selbst, dauert je nach Biersorte rund acht Stunden. Dann wird der Stammwürze Hefe zugegeben und so die Hauptgärung von einer Woche eingeleitet. Danach dürfen die Biere je nach Sorte noch vier bis acht Wochen lagern und reifen, bevor sie als Frisch-Bier direkt unbehandelt aus den Lagertanks abgefüllt werden.

Als Frisch-Bier abgefüllt nach deutschem Reinheitsgebot

„Mit der Entwicklung unserer Brauerei sind wir sehr zufrieden“, macht Karl deutlich. „Unsere Biere werden ausschließlich handwerklich mit viel Liebe und Überzeugung streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Sie werden in keinster Weise haltbar gemacht, sodass alle wichtigen Mineralien, Vitamine, Hefen und Aromen erhalten bleiben. Dadurch darf das Bier nur kühlschrankkalt gelagert werden.“ Es wird also als Frisch-Bier abgefüllt – und das schmeckt man.

Neben den Rheinhessen-Bräu-Bieren gab es beim Tag der offenen Tür auch die beliebte Rheinhessen-Bräu-Limo im Ausschank. Der Maibock-Anstich durch Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), der den rührigen Familienbetrieb in hohen Tönen lobte, war neben den Brauerei-Führungen der Höhepunkt der Veranstaltung. Nicht zu vergessen die Bier-Bike-Touren, die den Mitfahrern ein schönes Erlebnis verschafften.