Neue Rolle des Hartenbergparks für Mainzer Neustadt?

Das Infrastrukturprogramm „Soziale Stadt“, das über 2023 hinausgeführt werden soll, erhält möglicherweise einen neuen Zuschnitt – Ortsbeirat Neustadt diskutiert Pläne.

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NEUSTADT. Was verbindet die Mainzer Neustadt mit dem Hartenbergpark? Außer einer relativen räumlichen Nähe kommt einem da nicht viel in den Sinn. Die Mitglieder des Ortsbeirats Neustadt zeigten sich daher überwiegend skeptisch, als Sozialdezernent Eckart Lensch (SPD) ihnen Überlegungen vorstellte, nach 2023 den Hartenbergpark mit der nördlichen Neustadt im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ zusammenzuführen.

„Soziale Stadt“ auch über das Jahr 2023 hinaus

Das Innenministerium des Landes hatte den aktuellen Förderzeitraum bis 2023 verlängert, damit die Stadt ausreichend Zeit hat, die im aktuellen Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) vorgesehenen Baumaßnahmen fertigzustellen. Beispiele sind der Bereich um St. Bonifaz und der Quartiersplatz in der nördlichen Neustadt. Danach gilt eine Übergangsfrist von einem Jahr.

Bereits 2020 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die „Soziale Stadt“ auch nach 2023 in der Neustadt fortgeführt werden soll. Vor allem die südliche Neustadt habe aber in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren, so Lensch. Da für eine Teilnahme am Förderprogramm soziale Kriterien ausschlaggebend seien, gebe es derzeit Überlegungen, das so genannte Regionalfenster neu zuzuschneiden. Letzteres legt das genaue Zuständigkeitsgebiet der „Sozialen Stadt“ in einem oder mehreren Stadtteilen fest.

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Die südliche Neustadt soll nach 2023 also nicht mehr Teil des Regionalfensters sein, dafür will die Verwaltung den Hartenberg mit aufnehmen. Dieser sei, so Lensch, ursprünglich als Naherholungsgebiet für die Neustadt geplant worden. Das sei in Vergessenheit geraten. Seitens der Verwaltung hoffe man, mithilfe des Bund-Länder-Programms eine „verbesserte Lagebeziehung“ zwischen beiden Gebieten herstellen zu können. Seitens des Landes gebe es bereits positive Signale für die Pläne.

Debatte um Grünflächen und Naherholung

Die Reaktionen aus dem Ortsbeirat Neustadt kann man getrost als gemischt bezeichnen. Das Ganze sei schwer vorstellbar, sagte Ortsvorsteher Christoph Hand (Grüne). Es sei ein Weg, „den man nicht so schnell macht“. Karsten Lange (CDU) äußerte sich ähnlich: „Ich sehe da kaum Berührungspunkte zur Neustadt hin.“ Lange verwies zudem auf den Umstand, dass in den vergangenen Jahren aufgrund der Bauarbeiten am südlichen Hartenbergpark Grünfläche verloren gegangen sei und zeigte sich irritiert, dass nun das Regionalfenster Neustadt augenscheinlich für eine Aufwertung des Parks genutzt werden soll.

Auch Erik Donner (SPD) räumte ein, dass er sich zuerst mit der Idee schwergetan habe, ihr inzwischen aber durchaus etwas abgewinnen könnte. In jedem Fall sei es verständlich, dass die südliche Neustadt in Zukunft nicht mehr Teil des Regionalfensters sein soll, so Donner.

Carolin Oldenstein (SPD) lobte die dem Plan zugrunde liegend Idee: „Da der Stadtteil wächst, macht es Sinn, ein weiteres Naherholungsgebiet mit anzuschließen“.

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Ob ein gemeinsames Regionalfenster mit dem Hartenberg aber überhaupt praktikabel ist, muss erst eine Voruntersuchung ergeben. Diese hatte der Stadtrat bereits im Sommer 2020 beschlossen. Sowohl Voruntersuchung als auch das neue IEK sollen frühestens in der Übergangsphase 2023 erstellt werden, wie die Verwaltung mitteilte. Man gehe von einem mehrjährigen Prozess aus, bei dem auch die Bürger beteiligt werden sollen.