Mit Trillerpfeifen für nachhaltige Veränderung

Nicht nur um eine Wende in der Klimapolitik geht es dem Bündnis, sondern auch um die Stärkung der demokratischen Werte in Europa. Foto: hbz/Kristina Schäfer

Das Aktionsbündnis „Mondays for Future“ demonstriert in Mainz für eine andere Klimapolitik. Bei einem Zug durch die Innenstadt wurde auch für den Wert der Demokratie geworben

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MAINZ. Trillerpfeifen, Banner, und immer wieder „Hopp, hopp, hopp, Atomkraft Stopp!“: Mit Gesängen wie diesem haben am vergangenen Montagabend rund 100 Mainzer in der Innenstadt für Klimaschutz demonstriert. Veranstalter war das Aktionsbündins „Mondays for Future“, das vor circa drei Wochen in Anlehnung an die Schülerstreiks „Fridays for Future“ gegründet wurde. „Wir wollen dabei keinesfalls in Konkurrenz zu den Schülern stehen“, sagt Mitorganisator Franz Botens. „Ganz im Gegenteil, wir wollen mit ihnen für eine bessere Klimapolitik kämpfen und dabei Wissen und Erfahrungen austauschen.“

Auf der Kundgebung haben deshalb auch Alexandra Kalpakrdov (18) von der Nikolaus-August-Otto Schule in Bad Schwalbach und Maurice Conrad (18) vom Frauenlob-Gymnasium Mainz gesprochen. Beide seien Teil der „Fridays for Future“-Bewegung und hätten bei einem der letzten Freitagsstreiks eine Rede gehalten. Dann seien sie gefragt worden, ob sie nicht auch bei „Mondays for Future“ laut werden möchten, erzählen die zwei Abiturienten. „Wir haben beim Klimawandel mittlerweile 15 nach 12, es geht nur noch um Schadensbegrenzung. Veranstaltungen wie ,Mondays oder Fridays for Future’ lösen dabei Debatten aus, die die Klimapolitik nachhaltig verändern können“, sagt Conrad.

Dass die Demonstration auf den vergangenen Montag fiel, war kein Zufall, denn an diesem Tag vor acht Jahren fand die Nuklearkatastrophe von Fukushima statt. Das Bündnis selbst setzt sich aus elf verschiedenen Vereinen und Organisationen zusammen, viele davon haben auch schon an den bekannten Montagsspaziergängen gegen die Abschaffung der Atomkraftwerke teilgenommen. Darunter sind beispielsweise der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Mehr Demokratie Rheinland-Pfalz oder „European May“. Denn Ziel von „Mondays for Future“ ist nicht allein eine Veränderung der Klimapolitik, es sollen auch die demokratischen Werte Europas gestärkt werden.

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„Wir wollen Aufmerksamkeit für eine Demokratie schaffen, in der sich jeder zu Hause fühlt, damit die extremen Stimmen in Europa wieder leiser werden“, erklärt Botens. Deshalb sind noch weitere Demonstrationen bis zur Europawahl Ende Mai geplant. Sie sollen fortan jeden zweiten Montagabend stattfinden. Jeder, der daran teilnehmen möchte, ist herzlich willkommen.