Maurice Steger brilliert in Mainz

Unübersehbar musizierfreudig: Blockflötist Maurice Steger (stehend, links) mit ehemaligen Schülern beim Mainzer Musiksommer. Foto: hbz/Judith Wallerius

Ein sympathischer Herr und Meister an der Blockflöte: Gemeinsam mit ehemaligen Schülern zündet der Spitzenmusiker in der Augustinerkirche ein Barock-Feuerwerk.

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MAINZ. So langsam biegt der Mainzer Musiksommer auf die Zielgerade ein. Angesichts der Musizierfreude, mit der der Blockflötist Maurice Steger mit vier seiner ehemaligen Schüler, die am Beginn vielversprechender Karrieren stehen, in der Augustinerkirche die Werke von Corelli, Purcell, de Boismortier, Turini oder Vivaldi spielte, könnte man hier durchaus auch von der „heißen Phase“ des Festivals sprechen.

Laura Schmid, Céline Pasche, Claudius Kamp und Max Volbers sind in ihrem Element, wenn sie mit Steger in wechselnden Besetzungen vom Duo bis zum mit fünf Blockflöten besetzten Tutti spielen. Natürlich ist klar, wer hier der Herr und Meister ist, auch wenn sich der einstige Lehrer als sympathischer Primus inter pares erweist.

Bereits in der eröffnenden „Sonata seconda per canto solo“ von Giovanni Battista Fontana vollführt Steger mit seinem Instrument kapriziöse Intervallsprünge und spielt atemberaubende Koloraturen. Hier sind Multi-Instrumentalisten am Werk: Pasche spielt auch Barockharfe, Kamp Fagott und Volbers das Cembalo, auf dem er zwischen den Stücken mit pikanten Interludien galante Übergänge erzeugt. Man spielt äußerst sportlich, ohne in den Verdacht zu geraten, hier nur einem vordergründigen Höher-Schneller-Weiter zu frönen: Die Werke vertragen diesen schwungvollen Elan bemerkenswert gut. Um nur einen Höhepunkt zu nennen, sei Vivaldis C-Dur-Konzert RV 443 angeführt, das die Künstler für vier Blockflöten bearbeitet haben und das durch teils perkussives Blasen eine ganz eigene Vitalität entwickelt. Hier spielt Steger nicht mit, er lässt dagegen anderen den Vortritt. Ansonsten liegt der Fokus natürlich auf ihm. Seine ausladende Gestik ist bei Weitem nicht nur Show, sondern Mittel, um einen Raumklang zu erschaffen: In der körperlichen Drehung zieht er leuchtende Tonspuren, sein Spiel atmet tief empfundene Musikalität. So setzt man Barockmusik unter Hochspannung.