Master of Guitar: Neuer Studiengang an der Hochschule für...

Der Wahl-Koblenzer Russell Poyner stellt sich im Januar einer Jury vor, um zu dem Studiengang zugelassen werden zu können. Foto: hbz/Sämmer  Foto: hbz/Sämmer

Im Sommersemester 2018 geht es los: Dann kann man an der Hochschule für Musik auch klassische Gitarre auf Master studieren. Ermöglicht wird das durch eine Kooperation mit der...

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MAINZ. Im Sommersemester 2018 geht es los: Dann kann man an der Hochschule für Musik auch klassische Gitarre auf Master studieren. Ermöglicht wird das durch eine Kooperation mit der renommierten Koblenz International Guitar Academy, einer gemeinnützigen und nur auf das Zupfinstrument ausgerichteten Künstlerschmiede. Am 18. Januar werden sich in Mainz die drei ersten Bewerber einer Jury vorstellen – rund zehn Studierende will man später, verteilt über jeweils vier Semester, in diesem Weiterbildungsstudiengang betreuen.

Eigenes Profil weiter schärfen

Einer davon könnte Russell Poyner sein. Mit seinen 40 Jahren ist der gebürtige Brite, der seit Juni einen deutschen Pass besitzt, kein typischer Student mehr. Doch als Künstler weiß er, dass man nie auslernt. Nach dem Diplom am Royal Birmingham Conservatoire studierte er an der Koblenzer Academy weiter, wo er mit einem Solisten-Diplom abschloss. Mittlerweile unterrichtet er an der Musikschule der Stadt Koblenz und konzertiert als Solist sowie in kammermusikalischen Besetzungen.

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Doch, die gibt es: Musik für Gitarre und Oboe, Flöte oder Cello. „Man muss aber danach suchen“, sagt Poyner. Komponisten ab dem 17. Jahrhundert haben originäre Musik für diese Besetzungen geschrieben, wobei der Name des „Teufelsgeigers“ Niccolò Paganini noch einer der geläufigeren sein dürfte. Genau hier fühlt sich der Wahl-Koblenzer zuhause: „Gerade für einen Gitarristen macht es unheimlich Spaß, nicht nur im eigenen Kämmerchen zu spielen“, sagt Poyner.

Das erhofft er sich auch vom Masterstudiengang, so er die Jury denn überzeugen kann. Hierfür hat er ein Konzertprogramm mit spanischen und südamerikanischen Werken eingereicht – und weil ein Werk von Johann Sebastian Bach Pflicht ist, auch einen Satz aus dessen Lauten-Suite BWV 997. Sollte Poyner ab März dann in Mainz Gitarre studieren, hofft er sein eigenes Profil durch die Impulse der Dozenten zu schärfen.

Begeisterung: Das ist eine wichtige Komponente im Schaffen des Briten, sowohl als Musikschullehrer als auch als Künstler. Dass man sich nur wenigen, ausgewählten Studierenden widmen will, begründet Dr. Carolin Lauer von der Geschäftsführung der Hochschule: „Wenn man die Spitze ausbilden will, müssen wir uns natürlich auf die Besten beschränken.“

Russell Poyner hat mit sieben Jahren das Gitarrespielen angefangen. Als Jugendlicher spielte er in Bands, entschied sich aber mit 16 ganz für die klassische Konzertgitarre. „Jetzt bin ich reif genug für ein Weiterbildungsstudium“, sagt er. Die Kosten, 2580 Euro pro Semester plus rund 310 Euro Semestergebühr, sind eine echte Investition.

Der neue Masterstudiengang liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Hochschule und Akademie, wobei die Mainzer die Lehre in historischer und moderner Aufführungspraxis sowie Kammermusik und Liedbegleitung übernehmen, während die Koblenzer das Hauptfach Gitarre und die Performance Class abdecken. Auch wenn Russell Poyner die Kammermusik am meisten fasziniert, ist er auch ein bekennender Beatles-Fan. Für die anstehende Kursarbeit könnte da der Song von deren Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ als Motto dienen: „Getting better“.