Mainzer Club „FC Ente Bagdad“ feiert 50. Geburtstag

Im Sommer 1973 wurde in der Mainzer Oberstadt das Gründungsfußballspiel angepfiffen. Auch wenn die „Enten“ 1:5 verloren, begann eine besondere Erfolgsgeschichte
MAINZ. (red). Vor ziemlich genau 50 Jahren, im Sommer 1973, wurde ein besonderes Fußballspiel in Rheinland-Pfalz angepfiffen: Der erste „offizielle“ Kick des FC Ente Bagdad ging über die Bühne bzw. den Rasen. Gespielt wurde damals auf holprigem Gras in der Grünanlage neben einem Krankenhaus in der Mainzer Oberstadt. Als Tore dienten bunte Stahlrohr-Klettergerüste, wie sie seinerzeit auf Kinderspielplätzen in Mode waren.
Auch wenn das Spiel 1:5 verloren ging, war man fürs Erste zufrieden. Und zugleich war es der Beginn einer besonderen Erfolgsgeschichte, erinnert sich Enten-Gründungsmitglied Ronald Uhlich. Die Anziehungskraft dieses Hobbyvereins auf unterschiedlichste Menschen über Jahrzehnte hinweg entspringe dem Einsatz für Toleranz und der gelebten Freude auf und neben dem Platz, betont Uhlich – getreu dem Vereinsmotto „You’ll never watschel alone“.
In Mainz zu Hause, bot und bietet der Verein Heimat für Menschen aus mittlerweile über 20 Nationen. Spielstärke, Alter, Nationalität, sexuelle Identität/Orientierung oder Religion spielen bei den Enten keine Rolle. Dort wird gelebte Vielfalt unterschiedlicher Identitäten seit 50 Jahren praktiziert. Eindrückliche Besuche von Konzentrationslagern (u.a. Auschwitz in Polen, Dachau bei München), von Parlamenten (Bundestag in Berlin, Europäisches Parlament in Brüssel) und von Gedenkstätten (u.a. Yad Vashem in Jerusalem) zeigen, wie wichtig der Einsatz für Demokratie, Vielfalt und Geflüchtete ist. Mehrfach ausgezeichnet, ist Ente Bagdad mit seinen Werten mittlerweile auch überregional ein Begriff. Nicht ohne Grund erhielt Enten-Präsident Ronald Uhlich im Oktober 2021 stellvertretend für das Team das Bundesverdienstkreuz.
Im Rahmen der durch den FC initiierten „Mainzer Erinnerungswochen“ rund um den Erinnerungstag im deutschen Fußball am 27. Januar wird seit 2017 der Opfergruppen des Nationalsozialismus gedacht. In ihrem Engagement schließt sich der Vereein mit starken Partnern aus Sport, Politik, Wirtschaft und Hilfsorganisationen zusammen – wie etwa dem 1. FSV Mainz 05, der Stiftung Juvente, Malteser, Mainzer Volksbank, Landessportbund, Frauen- und Innenministerium, Stadt Mainz oder DFB- und DFL-Stiftungen.