Mainzer AStA fördert Couchsurfing für Wohnungssuchende

Nicht nur für Reisende sondern auch für Studenten bietet Couchsurfing eine Möglichkeit, kurzfristig unterzukommen.  Foto: Jens Schierenbeck/dpa

Die Wohnungssuche gestaltet sich für Studenten oft schwierig und langwierig. Um dies zu vereinfachen, setzt der Mainzer AStA nun auf ein Couchsurfing-Angebot.

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MAINZ . Neue Herausforderungen erfordern manchmal neue Wege: Nun ist die Herausforderung des angespannten Wohnungsmarkts nicht brandneu, aber ihr Ausmaß nimmt immer mehr zu, stellt man vielerorts fest - so auch beim Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Mainzer Uni. Die Maßnahme, die Studierenden beim Umgang mit der schwierigen Wohnungssuche helfen soll, ist die letzte Amtshandlung des scheidenden AStAs, erklärt Sozialreferent Jan-Hendrik Emig, und sieht wie folgt aus: In einer neuen Facebook-Gruppe des AStA können Studierende sogenannte Couchsurfing-Angebote für andere Studierende einstellen, die auf Wohnungssuche sind und aus weiter entfernten Orten kommen, wie es bei dem weit überwiegenden Teil der Studierenden der Fall sei.

Mit dem Platz auf der Couch sollen sie eine kurzfristige Basis haben, von der aus sie zu Wohnungsbesichtigungen aufbrechen können, die oft über mehrere Tage verteilt sind und es sonst erfordern würden, immer wieder anzureisen, erklärt Emig. Denn wie auch schon Befragungen der Uni gezeigt haben, ist insbesondere für Leute mit einem geringeren Budget die Wohnungssuche auf dem erhitzten Markt sehr aufwändig und zeitintensiv.

Mieten oft über Bafög-Höchstsatz

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So bekomme der AStA auch vermehrt Rückmeldungen von Studierenden, dass die Preise auf dem Wohnungsmarkt ihnen Schwierigkeiten bereiteten, berichtet Emig. Die Situation in Mainz sei dabei besonders problematisch, da auch die hiesigen Wohnheime zu den teuersten in ganz Deutschland zählten. Oft lägen die Mieten über dem, was der Bafög-Höchstsatz ansetze. „Das ist nicht tragbar“, kritisiert der Sozialreferent.

Neben dem praktischen könne der Ansatz aber auch einen sozialen Zweck erfüllen, sagt Emig. Denn das Couchsurfing böte zudem die Möglichkeit, erste Kontakte in der neuen Stadt zu knüpfen.

Bislang tut sich in der Gruppe noch nicht allzuviel, gibt Emig zu. Doch der AStA habe 4000 Flyer drucken lassen, um für das Projekt zu werben. Zudem vertraue man auf Mundpropaganda und darauf, dass sich die Idee über Facebook selbst verbreite. Prüfen könne man die eingestellten Angebote nicht, sagt Emig. Als Moderatoren kümmerten sich die AStA-Verantwortlichen lediglich darum, dass unsinnige Beiträge verschwänden, niemand diskriminiert werde und über Neuigkeiten informiert werde.