Mainz bekommt ein soziokulturelles Zentrum in der Neustadt

2025 soll das soziokulturelle Zentrum im ehemaligen Bäckereigebäude der Kommissbrotbäckerei (Rheinallee 111) eröffnen. Welcher Mieter neben dem Verein Kulturbäckerei einzieht, ist noch ein Geheimnis.  Archivfoto: Harald Kaster

Die Pläne für das Bäckereigebäude in der Mainzer Rheinallee werden umgesetzt. Doch der dafür gegründete Verein wird sich die Räume wohl mit einem Mitbewerber teilen müssen.

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MAINZ. Im ehemaligen Bäckerei-Gebäude des Areals Kommissbrotbäckerei wird ein soziokulturelles Zentrum entstehen. Das ist die Botschaft, die der Verein „Kulturbäckerei“ am Festwochenende „150 Jahre Mainzer Neustadt“ auf dem Goetheplatz schon verkünden darf. Weiterhin Stillschweigen herrscht aber über den Namen des künftigen Generalpächters in der Rheinallee 111. Der Verein selbst wird es aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht sein, deutete Joachim Schulte vom Verein gegenüber dieser Zeitung an. Es gebe einen Mitbewerber, mit dem sehr gute Gespräche geführt würden.

Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Will hatte bereits Anfang September gegenüber dieser Zeitung angekündigt, dass die Details zur künftigen kulturellen Nutzung im ehemaligen Bäckereigebäude im November verraten werden sollen. 2019 hatte das stadtnahe Unternehmen das Grundstück der ehemaligen Kommissbrotbäckerei von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft. Am Mittwoch hat schließlich auch der Stadtrat mit dem Entwurf des Doppelhaushaltes 2023/2024 ein eindeutiges Signal gegeben. So soll es für den Verein „Kulturbäckerei“ 2023 einen Zuschuss von 40.000 Euro geben und 2024 sogar 120.000 Euro. Bereits im Koalitionsvertrag 2020-2024 von Grünen, SPD und FDP wurde das Vorhaben, ein soziokulturelles Zentrum zu fördern, festgehalten.

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Die Vereinsmitglieder der „Kulturbäckerei“, die zeitweilig um ihr Projekt gezittert haben, können angesichts dieser Entwicklung aufatmen. Im Frühjahr 2021 war die Enttäuschung groß, als die Wohnbau bekanntgeben hatte, dass sie einen Generalpächter für das ehemalige Bäckereigebäude und damit für die kulturelle Nutzung suchte. Denn eigentlich wollte die Kulturbäckerei das Haus alleine bespielen. Wohnbau-Chef Will hatte zwar betont, dass der Verein ein „wichtiger Player im Ideenkonstrukt“ sei. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass das stadtnahe Unternehmen eine „wirtschaftliche Lösung“ finden wolle. Reine Soziokultur wird es höchstwahrscheinlich also in der Rheinallee 111 nicht geben.

Verein hofft auf Sponsoren

Wie hoch die jährlichen Kosten für die Miete und Nebenkosten des soziokulturellen Bereichs sein wird, ist noch unklar. Bislang ist der Verein immer von rund 300.000 Euro ausgegangen. Doch die aktuelle Entwicklung der Energiepreise war da noch nicht absehbar. Wie Vereinsmitglied Schulte informiert, soll der städtische Zuschuss ab 2025 jedenfalls erneut erhöht werden und der Betrag werde nah an der benötigten Summe liegen. Diese Zusage hätte Oberbürgermeister Michael Ebling (SDP) gegeben. Für Investitionen wie Lichttechnik und Stühle hofft der Verein auf Sponsoren wie die Zollhafen GmbH (die den Verein schon finanziell unterstützt hat) und Banken. Die Kosten des Personals sollen über die Veranstaltungen und Vermietungen von Räumen gedeckt werden.

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Das Herzstück des soziokulturellen Zentrums solle das Bürger:innen-Atelier werden, kündigt Schulte an. „Ein Ort, wo Menschen zusammenkommen und mithilfe der Kunst Begegnungen und Entwicklungen schaffen.“ Darüber hinaus soll es Platz für Musik, Theater und weitere Veranstaltungen geben. Ab 2025, so die Hoffnung, soll der Betrieb losgehen.