Kommentar zum Klimaprotest in Mainz: Kontraproduktiv

Polizisten tragen Aktivisten der "Letzten  Generation" weg.

Aktivisten der „Letzten Generation” haben am Freitag in Mainz die Binger Straße blockiert. Vier Personen klebten sich fest. Doch die Form des Protests ist nicht zielführend.

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Mainz. Es waren eindrückliche Szenen, die sich am Freitag mitten im Berufsverkehr an der Alicenbrücke am Hauptbahnhof abspielten. Die Blockade der Klimaaktivisten der „Letzten Generation” sorgte, wie von den Protestlern geplant, einmal mehr für Aufsehen. Doch im negativen Sinne. Dabei ist das Ansinnen, sich für Klimaschutz einzusetzen, Menschen mit Protestaktionen auf die drängende Klimakrise zu stoßen, sehr wichtig – zwingend notwendig. Diese Art des Protests, der sich zusehends zu radikalisieren scheint, ist allerdings am Ende kontraproduktiv.

Eigentlich sollte es darum gehen, in einen Dialog zu treten, andere Menschen durch sinnvolle Argumente zu überzeugen. Missstände und Versäumnisse aufzeigen, ja, das ist unerlässlich. Aber zerstörte Kunstwerke und durch festgeklebte Personen stundenlang versperrte Straßen werden letztlich keinen Konsens entstehen, die Gesellschaft nicht zusammenrücken lassen. Im Gegenteil: Dieses Handeln, das eher an einen Erpressungsversuch erinnert, ruft Ablehnung hervor, treibt einen Keil zwischen die Menschen – und verhindert damit die so wichtige Auseinandersetzung mit dem Thema.