Kaum Fortschritte bei zentralen Rad-Projekten in Mainz

An der Einmündung des Landwehrwegs in die Pariser Straße soll zukünftig ein stadteigenes Warnsystem  Autofahrer auf Radfahrer aufmerksam machen.    Foto: Harald Kaster

Bei den geplanten Mainzer Rad-Projekten geht das Warten weiter. So ist der Stand der Dinge beim Warnsystem Bike-Flash, bei Zitadellenweg, Kaiserbrücke und Co.

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MAINZ. Der Radverkehr in Mainz soll komfortabler, sicherer und direkter werden. Neben dem ÖPNV soll er einen Beitrag zu einer saubereren Stadt und einer besseren Klimabilanz leisten. So viel ist klar und wird immer wieder betont, wenn es um die Verkehrspolitik geht. Doch größere Fortschritte bei zentralen Rad-Projekten lassen seit Längerem auf sich warten. Wie ist der aktuelle Stand?

Zumindest abseits der Straßen und Wege deuten sich in Sachen Fahrradinfrastruktur sehr konkret lange erwartete Verbesserungen an, wird auf Anfrage deutlich. Denn das Fahrradbüro soll rund zwei Jahre nach seiner Vorstellung demnächst endlich seine geplante Personalstärke erhalten. Für die beiden etwas später erst eingerichteten, noch offenen Stellen seien in der Bewerbungsrunde potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden worden, erklärt Ralf Peterhanwahr von der städtischen Pressestelle. Abhängig von den Kündigungsfristen der beiden Neuen bei ihren bisherigen Jobs könnten die Stellen nach der Sommerpause bzw. im letzten Quartal 2022 besetzt werden.

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Änderungen bei Bike-Flashs

Bei einem der konkreten Projekte im Straßenraum, über die seit Längerem gesprochen wird, den sogenannten Bike-Flashs, gibt es dagegen eine Planänderung. Der Einsatz des intelligenten Systems wird in Mainz über ein Bundesprogramm gefördert und soll an neuralgischen Stellen per Lichtsignal abbiegende Autofahrer vor herankommenden Radfahrern warnen. Bereits seit Mitte 2020 wurde der Plan verkündet, die Bike-Flashs anwenden zu wollen, und ein erster Standort wurde auch schon früh benannt: die Einmündung des Landwehrwegs in die Pariser Straße direkt am Pariser Tor, wo Radfahrer aus beiden Richtungen kommen können.

Zuletzt hieß es im Januar dieses Jahres, man befinde sich in der Abstimmung. Doch wie sich nun auf Anfrage dieser Zeitung zeigt, wird der Bike-Flash an dieser Stelle doch nicht zum Einsatz kommen. Aufgrund „sehr aufwändiger Tiefbaumaßnahmen“ werde an diesem Standort von der Installation abgesehen, erklärt Peterhanwahr. Stattdessen solle nun das erste stadteigene Warnsystem an dieser Stelle umgesetzt und getestet werden.

Die vorbereitenden Tiefbauarbeiten dazu sollten noch im Sommer beginnen, so Peterhanwahr. Danach werde die Anlage dann montiert und in Betrieb genommen. Geplant sei, dass das stadteigene Warnsystem ähnlich den Bike-Flashs den Radverkehr „dynamisch digital erfasst und die Wahrnehmbarkeit der Radfahrenden in beiden Richtungen erhöht“, um Konfliktsituationen zu reduzieren.

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Kein Zeitplan bei Querung über Windmühlenstraße

Bei einem weiteren Projekt, von dem bereits seit Anfang September 2020 die Rede ist, sind die Angaben zum weiteren Ablauf dagegen etwas weniger genau. Etwa vor zwei Jahren wurde zum ersten Mal ein neuer Übergang für Radfahrer vom Zitadellenweg über die Windmühlenstraße in die Eisgrub-Serpentine skizziert. Dieser solle die viel genutzte Verbindung zwischen der Innenstadt und Teilen der Oberstadt bzw. von Hechtsheim und Weisenau sicherer machen. Doch einen konkreten Zeitplan scheint es weiterhin nicht zu geben. Die Querung befinde sich „bereits in einer detaillierten Planung“, erläutert Peterhanwahr. „Aktuell finden intensive Gespräche mit den betroffenen Fachämtern statt.“ Die Querung solle so eingerichtet werden, dass Radfahrende und Fußgänger die Straße sicher und direkt im Kurvenbereich ohne Umweg queren könnten. Ein Zeitpunkt, wann dies geschehen könnte, wird dabei nicht genannt.

Beim größten bevorstehenden Bauprojekt der Fahrradinfrastruktur gibt es dagegen ein neues Datum zum Start der Maßnahmen. So geht die Verwaltung davon aus, dass im letzten Quartal 2023 die Bautätigkeiten an der Kaiserbrücke beginnen könnten, um dort eine barrierefreie Auffahrt zu schaffen. Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass hier ein Datum verkündet wird: So hieß es zum Beispiel 2019 schon einmal, dass die Arbeiten an dieser zentralen Radpendler-Verbindung 2021 losgehen könnten. Doch nun stehen konkrete Schritte unmittelbar bevor: Wie berichtet, geht in diesem Monat der Planungswettbewerb an den Markt, sodass Anfang 2023 mit einem Urteil der Fachjury gerechnet werden könne.