Immer ein offenes Ohr: „Inner Wheel Club“ engagiert sich...

Beim Kinderfest kümmern sich „Inner Wheelerin“ Irma Jeuck (li.) und ihre Helferinnen darum, dass alles reibungslos klappt und alle Besucher ihren Spaß haben. Foto: hbz/Michael Bahr

Kinderfest in der riesigen Wohnsiedlung Elsa Brändström-Straße in Mainz-Gonsenheim: Der „Inner Wheel Club“ hilft, wo er kann und sorgt dafür, dass sich alle Bewohner wohlfühlen.

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MAINZ. Mal die Dosenpyramide für den Büchsenwurf neu aufstellen, mal einen verunglückten Ball zum Torwandschießen zurückkicken, mal die Malutensilien auffüllen, dazwischen ein paar Eltern willkommen heißen oder ein paar Takte mit den Musikern reden – nein, die Damen, die da in Jeans und Shirts übers Kinderfest in der riesigen Wohnsiedlung der Elsa Brandström-Straße wuseln, wirken kein bisschen wie „First Ladies“. Eher wie das, was die Mainzer Mundart schnoddrig als „Machemoldessdo“ bezeichnet.

Etwas anderes wollen Irma Jeuck und Gabriele Gerber heute auch gar nicht sein, „sondern immer nur da, wo wir gebraucht werden.“ Das Kind, das da gerade zur Welt gekommen ist, haben sie schließlich mit aus der Taufe gehoben, da wollen sie auch dafür sorgen, dass es gut gerät. Denn es ist das erste Kinderfest, das der Inner Wheel Club Mainz in der Elsa-Brändström-Straße ausrichtet. Irma Jeuck ist seit Kurzem Präsidentin, Gabriele Gerber ist ihre frischgebackene Vorgängerin. Mit Amtsmüdigkeit hat der Wechsel, wie man sieht, nichts zu tun, eher mit den Statuten. Die Clubführung wechselt seit 26 Jahren alle zwölf Monate.

Und dieses Kinderfest soll nicht das letzte bleiben. Wenn es gelingt, wollen die „Inner Wheelerinnen“, wie sie sich selbst nennen, zwei Mal im Jahr, immer abwechselnd an verschiedenen sozialen Brennpunkten der Stadt, solche Kinderfeste feiern, also auch auf dem Layenhof, in der Gustav Mahler-Siedlung und in der Zwerchallee.

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Dies sind auch die Anlaufstellen der „Street Jumper“, einem Wohnmobil des Vereins Armut und Gesundheit, das mit einem ernährungsbewusst gestalteten Imbiss, Sport- und Spielmöglichkeiten sowie Gesprächsangeboten mehrmals in der Woche benachteiligte Wohngebiete aufsucht. Einen solchen Besuch zu einem Kinderfest auszuweiten, ist eine neue Idee – die Damen lassen sich eben auch im 26. Jahr ihrer Clubgeschichte noch was Neues einfallen.

Finanziert wird auch diese Veranstaltung aus Spenden, etwa mit wohltätigen Events. Am Sonntag, 4. November, etwa erklingt um 17 Uhr wieder ein Orgelkonzert, dessen Erlös den Street Jumpern zugute kommt.

Auch darüber hinaus begleiten die Inner Wheelerinnen aus Mainz Patenkinder in Rumänien auf ihrem Weg durchs Leben. Oder sie unterstützen eine Gruppe ehrenamtlicher Helfer, die sich in Athen um Flüchtlinge kümmern. Oder den „Blauen Bus“, ein mobiles Jugendzentrum, das im strukturschwachen Märkisch-Oderland unterwegs ist. Und in ihrer Heimatstadt kochen die Ladies seit nunmehr 15 Jahren jeden zweiten Donnerstag im Monat in der Pfarrer Landvogt-Hilfe für Bedürftige. Vor Ort aktiv zu sein, ist den „Wheelerinnen“ wichtig.

„Man bekommt ein direktes Feedback für seine Arbeit“, erklärt Irma Jeuck in einer kurzen Ruhepause, das ihr das Kinderfest lässt. „Und Mainz ist nun einmal unsere Stadt“, ergänzt Gabriele Gerber.