Gisela Bill ist die erste „Mainzerin des Jahres“

Prinzengarde und Ruder-Verein vergaben zum dritten Mal den Titel „Mainzer des Jahres“ – diesmal aber an eine Mainzerin: Gisela Bill. Karl Otto Armbrüster (Prinzengarde), Martin Steffes-Mies (Mainzer Ruder-Verein), Gisela Bill und der Mainzer Koch Frank Buchholz (v.l.) überreichten der Geehrten einen Scheck über 2500 Euro.Foto: Diether Degreif  Foto: Diether Degreif

Die erste Veranstaltung war noch ein sehr gelungener Versuch, mit der zweiten Verleihung begann die Etablierung und mit der dritten Kür darf man fast schon auf den Beginn...

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MAINZ. Die erste Veranstaltung war noch ein sehr gelungener Versuch, mit der zweiten Verleihung begann die Etablierung und mit der dritten Kür darf man fast schon auf den Beginn einer echten Tradition hoffen: „Der Mainzer des Jahres“, den der Mainzer Ruder-Verein und die Mainzer Prinzengarde alljährlich gemeinsam ausrufen und beim „Ruder-Prinzen-Fest“ feiern, hat in der Tat das Zeug, sich im Jahresablauf der Mainzer fest zu verankern. Und in diesem Jahre wurde nun erstmals eine „Mainzerin des Jahres“ gekürt – Gisela Bill.

Zum Auftakt 2015 hatten die Juroren den Ehrentitel an Professor Christian-Friedrich Vahl, Direktor der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Unimedizin, Gründer der populärwissenschaftlichen Reihe „Nachtvorlesung“ und engagierter Fastnachter, verliehen, während im vergangenen Jahr Karl Kardinal Lehmann mit der Auszeichnung bedacht wurde. Nun wurde mit einer gewissen Spannung darauf gewartet, wer denn 2017 zum „Mainzer des Jahres“ ausgerufen wird.

Im schönen Bootshaus am Winterhafen hatten sich nun Ruderer, Prinzengardisten und viele andere Mainzer zum Fest eingefunden, das Frank Buchholz und seine Mannschaft kulinarisch begleitete. Für die Mainzer Prinzengarde zeigte sich deren Präsident Karl Otto Armbrüster in seiner Ansprache hocherfreut darüber, dass Gardisten und Ruderer ihre gemeinschaftliche Aktion auch in diesem Jahr wieder aufleben lassen.

Und dann lüftete Martin Steffes-Mies vom Mainzer Ruder- Verein das Geheimnis: Erstmals sollte es keinen Mainzer, sondern eine „Mainzerin des Jahres“ geben – und diese Auszeichnung ging an Gisela Bill für ihr nachhaltiges soziales Engagement im Allgemeinen und im Besonderen für das Projekt „Street Jumper“ zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen in benachteiligten Mainzer Wohngebieten.

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Martin Steffes-Mies stellte die neue „Mainzerin des Jahres“ facettenreich, aber auch mit einem Augenzwinkern vor. So erinnerte er daran, wie die langjährige Landtagsabgeordnete dem FDP-Politiker Brüderle einst eine Luftpumpe geschenkt hatte. Auch ihr Zug mit einer Lokomotive durch den Landtag fand Erwähnung, weil er zeigte, dass Gisela Bill sich mit kreativen Mitteln für ihre Ziele einsetzte: damals für eine bessere Verkehrspolitik.

Beeindruckt von Engagement für benachteiligte Kinder

Beeindruckt war das Findungsgremium für den „Mainzer des Jahres“ aber nicht nur vom zukunftsweisenden Engagement für Frauen, sondern vor allem von Gisela Bills Engagement für benachteiligte Kinder. Von 2002 bis 2015 war sie Geschäftsführerin des Vereins „Armut und Gesundheit“, bei dem 2008 der „Street Jumper“ ins Leben gerufen wurde. Dieses auffällige Wohnmobil besucht regelmäßig Kinder und Jugendliche in benachteiligten Wohngebieten. Es bietet eine kleine Küche, Sitzecke, Stauraum für Materialien, einen gesunden Imbiss, Sport- und Spielmöglichkeiten, körpertherapeutische Angebote – und die Besatzung hat für die Kinder immer ein offenes Ohr.

Gisela Bill habe nie etwas getan, um Wohlgefallen zu ernten, hieß es in der Begründung, sondern leiste auch abseits der Öffentlichkeit mit großer Energie Gutes, um soziale Spannungen zu senken und dem Frieden in unserer Gesellschaft zu dienen. Dafür erntete sie von den Gästen begeisterten Applaus.