Gastbeitrag - Kenia-Tagebuch von Gerhard Trabert: Tag 8,...

Zu Besuch im Kindergarten des Manyatta-Slum. Foto: Trabert
© Trabert

Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert ist vom 21. September bis 2. Oktober in Kisumu, der drittgrößten Stadt Kenias, unterwegs, um sich dort um die Straßenkinder zu kümmern. Hier...

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Wir haben immer wieder erzählt bekommen, dass Kinder, die offensichtlich krank, zumeist mit Fieber, zum Kinderkarten von Uhuru im Manyatta-Slum kommen, verständlicherweise nach Hause geschickt werden. Was passiert aber dann mit den Kindern? Haben die Eltern das Geld zu einem Arzt zu gehen und die eventuell notwendigen Medikamente zu kaufen? Viele mit Sicherheit nicht, denn 90 Prozent der Slum-Bewohner verdienen weniger als einen US-Dollar pro Tag und liegen damit unter der internationalen absoluten Armutsgrenze.

Aber auch im Kindergarten gibt es Kinder, die Beschwerden haben und krank sind. Deshalb haben wir Davies vorgeschlagen, dort heute eine medizinische Sprechstunde mit der Mobile Clinic, dem Arztmobil, anzubieten. Nachdem wir die Lehrer informiert haben, stehen schnell 20 bis 30 Kinder um uns herum. Im Freien beginne ich, die Kinder zu untersuchen. Das alles ist scheinbar eine lustige Abwechslung für die Kids. Heidi versorgt die Wunden und gibt Tabletten nach meiner Dosisangabe mittels Dolmetscherin an die Kinder aus.

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Besuch im Kindergarten und bei SOLWODI.
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Besuch im Kindergarten und bei SOLWODI.

Einige Kinder scheinen ernsthaft erkrankt zu sein. Bei vielen stelle ich die Verdachtsdiagnose Wurmerkrankung und wir teilen direkt die entsprechenden Tabletten aus. Wurminfektionen sind gerade aufgrund des kontaminierten Trinkwassers häufig in Slums vorzufinden. In diesem Kindertrubel fällt es mir schwer, mich einigermaßen zu konzentrieren, aber es macht dennoch viel Spaß, diese Form der Sprechstunde im Freien auf dem Kindergartengelände, direkt neben der Pinkeltoilette, abzuhalten.

Hilfe für Frauen und Mädchen

SOLWODI (Solidarity with Women in Distress / Solidarität mit Frauen in Not) oder SOLWOGIDI (Solidarity with Women and Girls in Distress) ist eine deutsche Hilfsorganisation, die Frauen und Mädchen weltweit, so auch hier in Kenia, unterstützt und ihnen in unterschiedlichster Form hilft. Insbesondere sind dabei Menschenhandel und Armut gravierende Risikofaktoren sexuell missbraucht oder zur Prostitution gezwungen zu werden.

Schwester Lea Ackermann hat dieses weltweit agierende Netzwerk vor über 30 Jahren aufgebaut. In Kisumu gibt es eine Außenstelle von SOLWODIGIDI. Wir treffen Elisabeth Akinyi. Sie ist Sozialarbeiterin und ist für die deutsche Hilfsorganisation im Einsatz. Sie berichtet von der Präventions- und Aufklärungsarbeit in Schulen und bei speziellen Veranstaltungen. Aber auch von der konkreten individuellen Unterstützung.

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Wir besuchen eine dieser Schulen, in der 2.500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. SOLWOGIDI finanziert diesen speziellen Unterricht. Die spezifische Pädagogik soll insbesondere den Mädchen ein stärkeres Selbstwertgefühl vermitteln. Die Eltern werden ebenfalls miteinbezogen. Damit zum Beispiel nicht die Mädchen den Schulunterricht verlassen müssen, um Wasser für die Familie von den wenigen Wasserstellen in der Region holen zu müssen.

Kinder verschwinden auf dem Schulweg

Wir besuchen aber auch Frauen, die sexuellen Missbrauch erleiden mussten, oder HIV infiziert sind, die aus der Gemeinde ausgeschlossen und isoliert wurden. SOLWOGIDI finanzierte und organisierte eine Ausbildung und den Erwerb eines kleinen Geschäftes, damit die Frauen sich, und oft auch die vorhandenen Kinder, ernähren können.

So sind wir bei Jackline, die eine winzig kleine Wellblechverkaufshütte besitzt, in der sie aus Plastikabfällen kunstvoll Taschen und Geldbörsen fertigt. Oder Susanne, die Waschmittel und Seifen herstellt und verkauft. Frauen mit tragischen und traurigen Lebensgeschichten.

Dann berichtet Elisabeth von einem unglaublichen Kinderhandel. Es würden immer wieder Kinder einfach verschwinden - teilweise direkt nach der Geburt in der Klinik oder auf dem Schulweg oder beim Spielen im Freien. Es gebe hauptsächlich drei Gründe für diesen brutalen Menschenhandel. Grund 1 : Mit gefälschten Papieren werden die Kinder zur Adoption nach Europa oder Nordamerika verkauft. Grund 2: Die Kinder werden für sexuellen Missbrauch und Kinderpornographie verkauft. Grund 3: Die Kinder werden für den Organhandel verkauft, was gleichbedeutend ist mit einem Todesurteil.

Das sind Phänomene, die gerade auch von der westlichen Welt zu wenig untersucht und bekämpft werden. Wir sind einfach nur sprachlos, betroffen und traurig.

Von Gerhard Trabert