Fahrrad-Rikschas für Mainz: Umweltfreundlicher...

Rikscha-Fee Daiana Neher bereitet mit Michael Blum eine ganze Rikscha-Flotte für den Einsatz in Mainz vor. Foto: hbz/Judith Wallerius

Sie bringen 160 Kilo auf die Waage, haben eine Länge von 305 Zentimetern und verhalten sich freundlich zur Umwelt. Die Rede ist von vier neuen Rikschas, die ab Ende März...

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MAINZ. Sie bringen 160 Kilo auf die Waage, haben eine Länge von 305 Zentimetern und verhalten sich freundlich zur Umwelt. Vor wenigen Tagen kamen in der Neustadt vier neue Rikschas an, die ab Ende März Bestandteil der ersten Mainzer Dreirad-Taxi-Flotte werden sollen. Daiana Neher steckt dahinter, die sich in Mainz bereits als Velo- und Rikscha-Fee einen Namen gemacht hat. Die Marktlücke hat die 46-Jährige bereits im Frühjahr 2015 entdeckt.

Damals schaffte sie sich ihre erste Pedelec-Rikscha an, mit der sie unter anderem Stadionbesucher zur Opel Arena oder Innenstadtbesucher von A nach B kutschiert. Während es in Städten wie Frankfurt, Hamburg, München und Köln bereits Fahrrad-Taxi-Flotten gibt, existierte in Mainz bislang nur dieses eine. „Alleine hätte ich mich nicht getraut, ein so großes Projekt zu starten“, sagt sie.

Kontakt durch einen Artikel in der Allgemeinen Zeitung

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Ein Artikel in der Allgemeinen Zeitung war es schließlich, der ihren lang gehegten Traum beschleunigte. Darin listeten die beiden Autorinnen Wünsche für Mainz auf, zu denen unter anderem ein Rikscha-Shuttle-Service vom Parkhaus in die Innenstadt zählte. Michael Blum, Mitgründer und Gesellschafter von „GO! Express & Logistics Mainz GmbH“, las den Artikel online im Urlaub. Von Daiana Neher hatte er über ein paar Ecken schon gehört. „Ich schrieb ihr sofort eine E-Mail. Ob wir über die Idee mal sprechen könnten“, erzählt der 56-Jährige. Wenige Tage später saßen die beiden zusammen und schmiedeten Pläne. Mittlerweile sind Neher und Blum die beiden Geschäftsführer und Gesellschafter der Rikscha-Flotte. Derzeit stellen sie ihr Fahrer-Team zusammen. Circa 20 Minijobber sollen es werden, sieben sind bereits an Bord.

Wichtig sei ihnen, betonen die Chefs des muskelbetriebenen Beförderungsdienstes: Sie wollen keine Konkurrenz zu den motorisierten Taxi-Unternehmen darstellen. „Vielmehr sehen wir uns als Ergänzung“, betont Neher. Beispielsweise können die Rikschas an Orten wie Schiffsanlegestellen stehen, wo Autos gar nicht hinfahren dürfen. „Unser Fokus liegt außerdem auf den echten Kurzstrecken, die für Taxifahrer gar nicht lukrativ sind“, sagt Blum, der während seines BWL-Studiums selbst in der Branche gearbeitet hat.

Platzierung noch nicht final geregelt

Auch die Rikschas werden nach Kilometern abgerechnet. Der Fahrten-Radius soll sich auf das Mainzer Stadtgebiet beschränken – ausgenommen sind die Stadtteile Finthen, Drais, Lerchenberg, Ebersheim und Laubenheim.

Zum Angebot werden aber auch Stadtrundfahrten, Firmen-Events oder die Rikscha als Hochzeitsmobil gehören, führt Neher aus. Wo genau die E-Pedelecs platziert werden, stehe noch nicht final fest. „Fischtorplatz, Theater und Hauptbahnhof werden mit Sicherheit Stationen sein“, sagt sie. Nach 15 Minuten, das schreibt das Gesetz vor, muss immer ein anderer Standort gesucht werden.

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Neher lobt vor allen Dingen die Stadt, die sie bei der Abwicklung aller Genehmigungen super unterstützt habe. „Wir suchen auch in den kommenden Tagen das Gespräch mit Mainzplus Citymarketing, um über Kooperationen zu sprechen“, kündigt die 46-Jährige an. Auch dazu hatte die AZ Ideen: Tarife oder Kombitickets für Mainzer und Touristen. Wer weiß, vielleicht wird ja bald noch ein zweiter Wunschtraum erfüllt...