Doch keine Straßenfastnacht in Mainz

aus Coronavirus-Pandemie

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2021 war der Rosenmontag bereits ein tristes Unterfangen. 2022 wird es in Mainz nicht bunter. Die Straßenfastnacht findet pandemiebedingt nicht statt. Archivfoto: Lukas Görlach

Stadt und MCV einigen sich darauf, von der geplanten Veranstaltung am Fastnachtswochenende abzusehen. OB Michael Ebling und Ordnungsdezernentin Manuela Matz finden klare Worte.

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MAINZ. Es wird in Mainz keine Straßenfastnacht, wie sie der Mainzer Carneval-Verein (MCV) Anfang der Woche angekündigt hat, geben. In einer gemeinsamen Runde mit Oberbürgermeister Michael Ebling, Ordnungsdezernentin Manuela Matz und MCV-Präsident Professor Reinhard Urban habe man sich „einvernehmlich gegen Veranstaltungen mit Straßenfastnachtscharakter“ ausgesprochen, so die Stadt.

Die Verlautbarung von Reinhard Urban sei in dieser Form mit der Stadt nicht abgestimmt gewesen, so Michael Ebling im Gespräch mit dieser Zeitung. „Zum Glück konnten wir uns jetzt abstimmen und darauf verständigen, dass eine solche Veranstaltung zur Zeit nicht vorstellbar ist“, so Ebling. Mainz dürfe nicht zu einem Anziehungspunkt für Feierwillige aus ganz Deutschland werden, sagt Ebling.

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Auch Manuela Matz hat einen klare Meinung: „Wir alle wünschen uns sehnlichst die Fastnacht zurück“, sagt sie. „Aber mit Blick auf die aktuell rasant steigenden Inzidenzen können wir es nicht verantworten, viele hunderte oder gar tausende Menschen in unserer Stadt zusammen kommen zu lassen und ein Fest zu feiern, das – selbst in kleinerer Ausprägung – überregional große Bedeutung und Anziehungskraft hätte. Hier geht die Sicherheit und Gesundheit unserer Bürger vor,“ so Manuela Matz. Sie gehe nicht davon aus, dass die Lage und die Restriktionen bis zum Fastnachtswochenende wieder entspannter werden – im Gegenteil. Die aktuell bis zum 11. Februar 2022 gültige Fassung der 29.Coronabekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz erlaubt die Zusammenkunft von maximal 1000 Personen, wenn die Veranstaltung keinen überregionalen Charakter aufweist. Die Kontrolle des lediglich regionalen Charakters hätte den MCV als Veranstalter vor große logistische und finanzielle Herausforderungen gestellt, heißt es von der Stadt. Auch die Gewerkschaft der Polizei und andere Mainzer Fastnachter hatten die Pläne des MCV-Chefs kritisiert.

Reinhard Urban äußert sich bedauernd zur gemeinsamen Entscheidung: „Es ist sehr schade, dass die Pandemie uns auch dieses Jahr die Straßenfastnacht unmöglich macht. Aber mit nur 1000 Personen – da kommt kein fastnachtliches Lebensgefühl auf und wird der Brauchtumsveranstaltung Fastnacht nicht gerecht. Außerdem wäre das wirtschaftlich nicht sinnvoll“, so der MCV-Chef.

OB Michael Ebling betont, dass der Verzicht auf großangelegte Straßenfastnacht keinesfalls die Absage der Fastnacht bedeute – und weist auf die vielen Online- und Streamingangebote der Vereine hin. „Wir danken dem MCV für die vielen tollen Vorschläge und Ideen, unser Brauchtum auch im dritten Pandemiejahr aufleben zu lassen“, so OB Michael Ebling. Auch er bedauere es sehr, dass 2022 die Fastnacht erneut nicht wie gewohnt gefeiert werden könne. „Die aktuellen Inzidenzzahlen und prognostizierten Entwicklungen der Omikron-Welle zwingen uns aber zu der Entscheidung gegen die Außenveranstaltungen.“

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Sowohl Matz wie auch Ebling begrüßen es, dass andere Vereine, unter anderem einige Garden, kleine bunte Farbtupfer im Stadtbild für das Fastnachtswochenende angekündigt haben. Bühnenprogramm mit Partycharakter ist allerdings für beide nicht vorstellbar.