Buntes Wohnmobil „Street Jumper“ bringt benachteiligten...

Ministerin Anne Spiegel (in grüner Jacke) besuchte das Street-Jumper-Projekt in der Zwerchallee. Foto: Harald Kaster  Foto: Harald Kaster

Wenn man an einem Donnerstagnachmittag die Mainzer Zwerchallee entlang läuft, hört man schon von weitem lautes Kinderlachen und Musik. Wenn man sich der...

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MAINZ. Wenn man an einem Donnerstagnachmittag die Mainzer Zwerchallee entlang läuft, hört man schon von weitem lautes Kinderlachen und Musik. Wenn man sich der Flüchtlingsunterkunft, die von der Stiftung Juvente Mainz betreut wird, weiter nähert, sieht man zahlreiche Jungen und Mädchen, die im Innenhof des Wohnkomplexes Fahrrad fahren, Trampolin springen, Stelzen laufen, Gitarre spielen oder einfach nur herumtoben und spielen. Ein ganz klares Indiz dafür – der „Street Jumper“ ist wieder da.

Das bunt bemalte Wohnmobil fällt mit seinen Folierungen im Graffiti-Style schon von Weitem auf. Kein Wunder, dass sich die Kinder jeden Donnerstag auf die Ankunft des Spiel- und Spaßmobils freuen. Da gibt es neben Gesellschafts- und Kartenspielen, die im Inneren des Wohnmobils an Tischen gespielt werden können, auch Hula Hoops, Bobbycars, Straßenmalkreide oder Pedalos. Kurz gesagt: Hier bleiben keine Kinderwünsche offen. Aber auch Getränke, frisches Obst und Gemüse sowie belegte Brote bringen die Helfer mit.

Gisela Bill, Geschäftsführerin des Vereins Armut und Gesundheit und Initiatorin des „Street Jumpers“, betont die Effektivität des Projektes, das nicht nur in der Zwerchallee, sondern in mehreren Mainzer Stadtteilen zugegen ist. „Es ist ein niederschwelliges, einfaches Angebot, sodass die Kinder einfach mal Kinder sein können“, fasst Bill zusammen.

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Anne Spiegel (Grüne), Ministerin für Familie und Integration in Rheinland-Pfalz, hat sich den „Street Jumper“ selbst angeschaut und den haupt- und ehrenamtlichen Helfern für ihre Mitarbeit in dem Projekt gedankt. „Ich bin selbst dreifache Mutter und ich finde es toll, dass die Kinder hier spielerisch lernen können.“ Auch auf lange Sicht gesehen sei das Projekt enorm wichtig für die Integration und eine stärkere Teilhabe von Flüchtlingen an sozialen Angeboten. „Die Kinder haben hier das Gefühl, dass man willkommen ist“, lobt Spiegel.

Gisela Bill erzählt auch von der positiven Entwicklung der Jungen und Mädchen, die auch Lernen, mit Spielregeln umzugehen. Gerade zwischen Problemen und Depressionen der Eltern sei es für die Kleinen häufig schwierig, mit Emotionen umzugehen. Früher flogen da auf dem Innenhof auch schon mal die Fäuste. „Die Kinder sind viel ruhiger geworden, das merkt man. Früher haben sie auch mal eine Banane versteckt, damit sie ihnen niemand wegnehmen kann. Heute wissen sie, dass sie nur fragen müssen, und noch eine zweite bekommen.“

Von Ivana Kettern