Biontech kann auf GFZ-Gelände expandieren

Bauverzögerungen in der Kurmainz-Kaserne führen laut Mainzer OB Ebling nicht zu Einschränkungen bei den Plänen der Biotechnologie-Firma am Rand des GFZ-Kasernen-Geländes

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MAINZ. (mer). Die Bauverzögerungen in der Hechtsheimer Kurmainz-Kaserne, über die die Allgemeine Zeitung berichtet hat, sind der Stadt bekannt, betont Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) auf AZ-Anfrage. Sie sind Thema beim Runden Tisch gewesen, zu dem sich regelmäßig Vertreter des zuständigen Bundesamtes für Infrastruktur, der Bundeswehr, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung und der Stadt Mainz treffen. Dieser Runde Tisch sei eingerichtet worden, nachdem es immer wieder Verzögerungen bei der geplanten Räumung der GFZ-Kaserne in der Oberstadt gegeben hat, für die der Um- und Ausbau der Kurmainz-Kaserne Voraussetzung ist.

Laut Ebling kann trotz dieser Bauverzögerung in Hechtsheim die Biotechnologie-Firma Biontech, die auf Teilen des ehemaligen Areals der GFZ-Kaserne entlang der Goldgrube ansässig ist, weiter expandieren. Beim Runden Tisch sei vereinbart worden, dass Biontech zeitnah auch entlang der Freiligrathstraße auf Kasernen-Gelände bauen kann. Die Bundeswehr werde dafür ihr Wachhaus an der Einfahrt an der Freiligrathstraße nach hinten aufs Kasernengelände verlegen. Das sei ein wichtiges Entgegenkommen, um die Weiterentwicklung des Biotechnologie-Unternehmens in Mainz sicherzustellen.

Das Vorhaben, 450 bis 500 neue Wohnungen nach dem Umzug der GFZ-Kaserne nach Hechtsheim auf der verbleibenden Fläche zu realisieren, könne auch mit der Biontech-Erweiterung umgesetzt werden. Der Rahmenplan für das Areal, der formal noch beschlossen werden muss, sehe ohnehin einen Riegel von Gewerbegebäuden in L-Form entlang der Goldgrube und der Freiligrathstraße vor.

Die aktuellen Bauverzögerungen seien zwar ärgerlich. Aber sie änderten nichts am zuletzt vom Verteidigungsministerium angekündigten Termin für die Räumung der GFZ-Kaserne im Jahr 2022. „Die Kritik, dass es dann 20 Jahre lang gedauert hat, bis der Bund die Liegenschaft freigegeben hat, ist natürlich berechtigt“, so der OB. Mit der Absprache am Runden Tisch sei er nun zuversichtlich, dass dieser Zeitplan jetzt eingehalten wird. Dann könnte dort dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden. Und die Soldaten in der Kurmainz-Kaserne erhielten endlich zeitgemäße Arbeitsbedingungen.