Biontech-Chef berichtet bei VRM-Fest über Krebstherapie

Der Kampf gegen Krebs ist sein Lebenswerk: Biontech-Chef Professor Dr. Ugur Sahin (l.) erklärt im Gespräch mit Friedrich Roeingh, Chefredakteur dieser Zeitung, welche Fortschritte es gibt.

Beim Sommfest der Wirtschaft in Mainz hatten auch Visionen Platz. Biontech-Chef Ugur Sahin hofft, in drei, vier Jahren die ersten Produkte auf den Markt zu bringen.

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MAINZ. Interessante Gespräche, große Themen und klare Ziele: Auch das gab es beim Sommerabend der Wirtschaft: „Professor Sahin, Sie verfolgen seit Jahren die Vision, die Menschheit von der Geisel Krebs zu befreien. Ist das nicht vermessen?“, fragte Friedrich Roeingh, Chefredakteur dieser Zeitung, beim Talk mit Ugur Sahin, dem Vorstandsvorsitzenden der Mainzer Biotech-Firma Biontech. Ihr Ziel: Mit einer personalisierten Immuntherapie Krebs behandeln zu können. Nur ein Traum? Sahin schickt sich mit seinen insgesamt 1300 Mitarbeitern an, diese Vision in die Realität umzusetzen. Der Wissenschaftler, der Anfang des Jahres den Deutschen Krebspreis 2019 erhalten hat, kann dabei immer wieder namhafte Investoren davon überzeugen, seine Forschung zu unterstützen. Insgesamt 1,3 Milliarden Dollar an Kapital hat er inzwischen eingesammelt.

Natürlich steht Sahin mit seiner Vision, jedem Krebspatienten eine individualisierte Immuntherapie zu ermöglichen, in Konkurrenz zu anderen Biotech-Unternehmen. Ob ihm das Angst mache und es nicht doch die Gefahr gebe, dass andere ihn noch überholen? Sahin zeigt sich beim Gespräch mit Chefredakteur Friedrich Roeingh so bescheiden wie überzeugt: „Es ist immer so, dass wir im Wettbewerb sind“, antwortet er. „Aber wir sind eben sehr gut aufgestellt.“

Und so langsam rückt ein Durchbruch in greifbare Nähe. Auf dem Weg zu einer neuen Therapie, so Sahin, müsse man verschiedene Stufen erklimmen, die über klinische Studien bis zu beweisenden Studien reichten. Mit dem individualisierten Therapieansatz befinde man sich aktuell zwischen den frühen klinischen Studien und den beweisenden Studien. „Wenn das gut klappt, können wir in drei bis vier Jahren die ersten Produkte auf den Markt bringen“, blickt Sahin in eine nicht mehr allzu weit entfernte Zukunft.