Auf Mainzer Gutenbergplatz wirbt Verein für Unterstützung...

Prof. Gerhard Trabert (Mitte) kocht mit den FoodFighters Michael Schieferstein (links) und  Kai Uwe Korn (rechts) eine würzige Gemüsesuppe, die trotz tropischer Hitze gut bei den Besuchern ankommt.Foto: hbz/Harry Braun  Foto: hbz/Harry Braun

„Jedes Leben ist wichtig“, betont Prof. Gerhard Trabert, „und Menschen in Armut haben unsere Solidarität“. Dass „Solidarität blüht!”, so das Motto, zeigte das...

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MAINZ. „Jedes Leben ist wichtig“, betont Prof. Gerhard Trabert, „und Menschen in Armut haben unsere Solidarität“. Dass „Solidarität blüht!”, so das Motto, zeigte das große Fest am Samstag auf dem Gutenbergplatz. Zum 20-jährigen Bestehen sagte der Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.” Danke für die vielfältige Unterstützung.

Die Resonanz war riesig: Im Laufe von acht Stunden schätzten die Organisatoren weit über 2000 Besucher. Angelockt wurden auch viele Passanten vom Duft der würzigen Gemüsesuppe, die vor Ort frisch zubereitet wurde. Viel zu schade zum Wegwerfen wäre all das, was Michael Schieferstein und der Verein „FoodFighters e.V.” in riesigen Töpfen anrührten oder auslegten, sei es für eine Spende oder einfach für ein Dankeschön.

Leo oder Timo sind öfter in der Einrichtung auf der Zitadelle, zur Beratung in medizinischen und sozialen Fragen. „Die Leute dort sind wie eine Familie“, finden sie. Behandelt werden nicht nur Obdachlose, sondern auch Menschen mit geringem Einkommen und ohne Schutz der Krankenversicherung.

Diese niedrigschwelligen Angebote würden dringend gebraucht, um Lücken zu schließen, sagte der neue Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch (SPD) und sprach den Dank der Stadt aus. Auch seitens des Landes wurde das bisher Erreichte zur medizinischen Versorgung bedürftiger Menschen und sozialen Teilhabe gewürdigt. Gute Wünsche überbrachte Detlef Placzek als Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung. Es müsse mehr getan werden als Existenzsicherung, das Leid der Menschen dürfte nicht ignoriert werden, betonte DGB-Landeschef Dietmar Muscheid. Armut beginne oft schon in der Nachbarschaft.

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„Kritik üben an sozialer Ungerechtigkeit wollen wir auch weiterhin“, erklärte Gerhard Trabert, „und praktische Unterstützung leisten, ob mit professionellen Kräften oder Ehrenamtlichen.“ Dankbar ist er als Gründer und Vorsitzender des Vereins für das Vertrauen, das ihm und dem Team im Laufe der Jahre geschenkt wurde. Bekannt ist er für seine Einsätze in aller Welt, doch Hochachtung hat er vor allen, die ebenfalls ihr Wissen und Können einbringen, um die gute Sache zu unterstützen. „Ihr seid der Verein“, rief er ihnen zu, „die große Solidarität in der Bevölkerung gibt uns Kraft und Mut weiterzumachen.“

Arztmobil gewährt Einblicke in praktische Arbeit

Neuer Schwung sprach auch aus den internationalen Klängen der Gruppen auf der Bühne, die für gute Unterhaltung trotz tropischer Temperaturen sorgten: „Afro-Cuban Tigers”, „My Friend The Immigrant” und „Hanne Kah”.

Einblicke in die praktische Arbeit und Möglichkeiten, sich zu engagieren, gab es am rollenden „Arztmobil“ oder „Street Jumper“, der vor allem in benachteiligten Stadtvierteln die Kreativität fördern und Gewalt vorbeugen möchte. Zu sehen, wie Kinder aufblühen, wenn sie Sicherheit und Zuwendung erleben, fasziniert Gisela Bill, die damit unterwegs ist. Im Ruhestand hilft Friederike Timperley mit, bei der Kaffee und Kuchen über die Theke gingen. Die Quiltgruppe um Karin Hely unterstützt den Verein durch den Verkauf von Losen – viele kleine Beiträge, die zeigen, was man im Alltag Gutes für andere tun kann. An Infoständen berichteten Medinetz, Weltladen oder Beratungsstellen von ihrem Einsatz; es gab Rat zu Wegen aus der Sucht- oder Schuldenfalle und mehrsprachige Tipps zu Gesundheit und Rechten. Neu erschienen ist das Buch „Arzt der Armen“, ein Bildband von Andreas Reeg mit bewegenden Aufnahmen.