Arab Nil-Rhein-Verein zieht sich aus Arbeitskreis Mainzer...

Foto: Paul Lassay

Nachdem das Bildungsministerium den Verein dazu aufgefordert hatte, hat sich der Arab Nil-Rhein-Verein nun aus dem Arbeitskreis Mainzer Muslime, der Schura und dem Zentralrat...

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MAINZ. Der Arab Nil-Rhein-Verein zieht sich aus dem Arbeitskreis Mainzer Muslime (AKMM), der Schura und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland zurück. Dies hat der Vorsitzende des Vereins, Samy El Hagrasy, am Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Hintergrund der Entscheidung des Vereins sind die teilweise bereits zuvor bekannten Vorwürfe gegen den Arab Nil-Rhein-Verein, die in einem Gutachten über die Islamverbände in Rheinland-Pfalz auftauchten. Sie veranlassten das rheinland-pfälzische Bildungsministerium dazu, die Betriebserlaubnis der Al Nur-Kita, dessen Träger der Verein ist, überprüfen zu lassen. Zudem forderte das Bildungsministerium den Verein auf, den AKMM, dessen Vorsitzender ebenfalls Samy El Hagrasy ist, zu verlassen oder die Mitgliedschaft zumindest im Hinblick auf die Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht ruhen zu lassen. Andernfalls sei eine Kooperation in dieser Frage für die Landesregierung nicht weiter vorstellbar. Dies hätte möglicherweise schwerwiegende Konsequenzen für den islamischen Religionsunterricht haben können, der aktuell modellhaft an drei Mainzer Grundschulen stattfindet. Hiervon wären insgesamt 193 Schülerinnen und Schüler an der Grundschule Lerchenberg, der Maler-Becker-Schule und der Dr.-Martin-Luther-King-Schule betroffen gewesen.

"Zusammenarbeit steckt in einer Sackgasse"

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Den Rückzug aus den drei Verbänden begründet El Hagrasy denn auch mit den drohenden Problemen beim Religionsunterricht. „Da die Zusammenarbeit für den islamischen Religionsunterricht nun offensichtlich in einer Sackgasse steckt, hat der Arab Nil-Rhein-Verein entschieden, sich aus den Verbänden zurückzuziehen und den Weg für weitere Verhandlungen frei zu machen“, heißt es in der Erklärung.

Im Bezug auf die Extremismus-Vorwürfe und die angedrohte Schließung des Al Nur-Kindergartens werde der Verein alle Mittel ergreifen, um die Zweifel an der Zuverlässigkeit als Kita-Träger zu entkräften. Dabei seien auch rechtliche Schritte eine Möglichkeit. In den vergangenen zwei Monaten sei versucht worden, den Verein durch Vorwürfe, die sich auf länger zurückliegende Ereignisse bezögen und zu denen man längst Stellung bezogen habe, zu diffamieren.