30 000 Euro für Mainzer Caritas

aus Leser helfen

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In Zeiten von Online-Banking gibt es die Faust anstelle des großen Schecks: Marius Rathke (links) und Wolfgang Schnörr von der Caritas freuen sich über 30 000 Euro, die Julia Sloboda, Stellvertretende Leiterin der Lokalredaktion, symbolisch überreicht. Foto: Tim Würz

Der Mainzer Caritasverband freut sich über 30 000 Euro aus der „Leser helfen“-Aktion der Allgemeinen Zeitung. Wie wichtig die Arbeit des Verbandes ist, zeigte ein Anruf in...

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MAINZ. In der vergangenen Woche gab es wieder so einen Fall. Da klingelte im Caritas-Beratungs- und Jugendhilfezentrum St. Nikolaus in der Lotharstraße das Telefon. Am Apparat ein Jugendlicher, den die Caritas eigentlich versorgt glaubte. Der sich aber plötzlich in einer akuten Krisensituation befand, über Selbstmord nachdachte. Die Mitarbeiterin schaltete schnell und überwies ihn an eine Klinik. „Das gehört eigentlich gar nicht zu unserem klassischen Auftrag“, erklärt Marius Rathke, der Bereichsleiter der Jugendberufshilfe des Caritasverbands Mainz. Doch die Caritas sei eben der Anlaufpunkt des Jugendlichen gewesen, weil er die Mitarbeiter von früheren Maßnahmen kannte. „Er hatte Vertrauen zu uns.“ Vertrauen, das in diesem Fall wohl ein Leben gerettet hat.

Mit Spende Qualität der Programme sichern

Rathke erzählt von diesem Anruf, um noch einmal die Bedeutung der Arbeit seines Teams zu erläutern. Und zu zeigen, warum die Caritas so dringend die Spenden aus der „Leser helfen“-Aktion dieser Zeitung benötigt. 30 000 Euro sind dank der AZ-Leser:innen zusammengekommen. Eine stolze Summe, über die sich nicht nur Rathke, sondern auch Caritasdirektor und Vorstandsmitglied Wolfgang Schnörr freut. „Es gibt Jugendliche, die aus allen Programmen fallen und die nicht erreicht werden. Die aber trotzdem Unterstützung brauchen“, erklärt Schnörr. Mit dem Programm „WeCare“ sollen beispielsweise diese Jugendlichen abgedeckt werden. Unter dem Begriff „JugendLichtBlick“ hat die Caritas die Projekte „We Care“, „Jobfüxe“, die Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen, die Jugendscouts und Jobcoaches, die sie beim Einstieg ins Arbeitsleben und bei Krisen in der Ausbildung begleiten, sowie die Schulsozialarbeit zusammengefasst. Die 30 000 Euro werden verwendet, um die Qualität in diesen Programmen zu sichern, das digitale Angebot auszuweiten, die IT-Ausstattung zu verbessern und Utensilien anzuschaffen. Dabei komme es nicht nur auf die reine Summe an, die am Ende gespendet wurde, fügt Wolfgang Schnörr hinzu. „Auch der öffentlichkeitswirksame Aspekt von ‚Leser helfen‘ hat uns sehr geholfen.“

90 Jugendliche wenden sich jedes Jahr an die Mainzer Caritas, die nicht in ein Raster passen, nicht über bestehende Programme abgedeckt sind und für die die Unterstützung somit auch nicht durch andere Stellen finanziert ist. Und für diese Jugendlichen will Marius Rathke mit seinem Team da sein. „Junge Menschen sind die Krisenverlierer“, blickt der studierte Erziehungswissenschaftler auf die Corona-Pandemie. Die psychischen Erkrankungen hätten zugenommen, das habe man auch bei der Caritas gemerkt. Auch Schnörr berichtet, dass Corona nochmal verstärkt dazu geführt habe, dass Jugendliche nicht mehr durch die Schule oder das Jobcenter aufgefangen worden seien. „Für die stellt sich die Frage: Wo kann ich mich hinwenden?“

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Die Antwort, die Marius Rathke darauf gibt, lautet: in die Lotharstraße 11-13. Im Beratungszentrum kann auch dank der 30 000 Euro von „Leser helfen“ weiterhin gute Arbeit geleistet werden.