Kraftvolles „Gloria“ aus 100 Kehlen bei...

In der großen Pfarrkirche St. Stephan reichten gar die aus dem nahen Rathaus herbeigeschleppten Stühle nicht, alle Besucher des „Brückenschlag“-Konzerts, einem...

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GONSENHEIM. In der großen Pfarrkirche St. Stephan reichten gar die aus dem nahen Rathaus herbeigeschleppten Stühle nicht, alle Besucher des „Brückenschlag“-Konzerts, einem städteverbindenden Projekt der Kulturschaffenden der Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden, zu fassen. Sechs Konzepte standen miteinander im Wettbewerb; darunter sowohl Projekte bekannter Kulturakteure als auch Kooperationen, die eigens für den Brückenschlag entstanden.

Eine Fachjury hatte sich einstimmig für das Konzept von Florian Meuser entschieden, der das Pop-Ensemble „The Next Generation“ des Gonsenheimer Gesangvereins „Cäcilia“ und den Kirchenchor des Cäcilienvereins Wiesbaden-Frauenstein leitet. Mit der Kooperation beider Chöre wurde das Projekt geradezu maßgeschneidert umgesetzt. Es enthält die Chor- und Orchesterwerke „Gloria“ und „Magnificat“ des zeitgenössischen, britischen Komponisten und Dirigenten John Rutter. Der auf 100 Stimmen angewachsene Chor beider Vereine, die Wiesbadener Sopranistin Hanna Ramminger und das aus 20 Kammersolisten bestehende Orchester wurden den hohen Ansprüchen überzeugend gerecht. Zwischen die Paukenschläge aus dem engen Orchesterraum und manchem Fortissimo von den völlig in Anspruch genommenen Altarstufen mischten sich in raschem Wechsel immer wieder sanfte und ausdrucksstarke Passagen und von Beklemmung wie von Freude geprägte Noten des gut ausbalancierten Chors, in dem Sopranstimmen besonders gefordert waren. Solistin Hanna Ramminger wiederum wurde ihrer den Konzerterfolg mitbestimmenden Rolle in allen Stücken überaus gerecht.

Dass die recht unterschiedlichen Altersstrukturen der beiden Chöre auch dem weiteren Projektgedanken nahe waren, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, bedarf besonderer Erwähnung. Beim nicht enden wollenden Beifall wurden Hanna Ramminger und Florian Meuser besonders gefeiert.

Als Händels „Halleluja“ als stürmisch verlangte Zugabe erklang, erfuhr der denkwürdige Brückenschlag seine Krönung. Moderator Ulrich Dörr dankte auch für viel Mithilfe bei der Organisation.

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Von Joe Ludwig