Alte Lampenfabrik „Zeugnis der Mainzer...

Für das Gebäude Holzhofstraße 8 liegt der Stadt ein Bauantrag vor. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz wendet sich allerdings gegen einen Abriss.Foto: Harald Kaster  Foto: Harald Kaster

„Das neben der ehemaligen ,Lampenfabrik’ einzige noch in der Altstadt stehende Zeugnis der Mainzer Industriegeschichte darf nicht der Spitzhacke zum Opfer fallen.“ Mit...

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ALTSTADT. „Das neben der ehemaligen ,Lampenfabrik’ einzige noch in der Altstadt stehende Zeugnis der Mainzer Industriegeschichte darf nicht der Spitzhacke zum Opfer fallen.“ Mit diesem dringlichen Appell wendet sich der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) an die Öffentlichkeit. Gemeint ist das mehr als 120 Jahre alte Gebäude Holzhofstraße Nummer 8, das laut RVDL wie die frühere „Lampenfabrik“ in der Dagobertstraße 2 einst zur 1845 gegründeten „Gasapparat- und Gusswerk-Aktiengesellschaft“ gehört und das sich in den darauffolgenden Jahren „zu einem der bemerkenswertesten Industriekomplexe in Mainz“ entwickelt habe. „Jetzt droht dem auch in seiner konstruktiven Substanz noch erstaunlich gut erhaltenen Bauwerk das Aus“, bedauert Hartmut Fischer, Vorsitzender des RVDL-Regionalverbandes Mainz. Der RVDL habe gehört, es liege ein Bauantrag vor, der „von einem Totalabbruch ausgeht, um einen Neubau zu errichten“.

Auf AZ-Anfrage bestätigt der städtische Pressesprecher Marc André Glöckner, „dass der Bauaufsicht ein Bauantrag für das betreffende Grundstück vorliegt“, der derzeit geprüft werde. Im Rahmen des laufenden Verfahrens würden „alle relevanten Fragestellungen abgearbeitet“ – dazu gehöre auch der Themenkomplex Denkmalschutz.

Unterdessen hofft der Rheinische Verein, dass sich der Abriss des Gebäudes Holzhofstraße 8 noch verhindern lässt – und setzt dabei auf die sogenannte Erhaltungssatzung, deren Geltungsbereich nicht nur das betreffende Anwesen, sondern auch den gesamten Block zwischen Neutorstraße und Holzhofstraße umfasse. Nach eben dieser Erhaltungssatzung lasse sich, argumentiert der Verein, „eine Abrissgenehmigung bereits versagen, wenn das Bauwerk von geschichtlicher Bedeutung ist“. „Und eine solche Bedeutung liegt hier vor“, unterstreicht Architekt Dr. Günther Stanzl, denkmalfachlicher Sprecher des RVDL-Regionalverbandes. Er appelliert an die städtischen Gremien, die Chancen der Erhaltungssatzung zu nutzen: „Für eine Rettung des Baus spricht auch, dass die harmonisch gegliederte und durch unterschiedliche Fensterformate rhythmisierte Fassade das Straßenbild positiv prägt.“ Nicht zuletzt würden auf dem Immobilienmarkt Loft-Wohnungen hoch gehandelt, sodass sich eine Wiedernutzung durchaus rechnen dürfte, ist sich der Rheinische Verein sicher.

Ob die Stadt dieser Argumentation folgt? Pressesprecher Glöckner sagt dazu nur: „Die Vereinbarkeit des vorliegenden Bauantrages mit der Erhaltungssatzung wird ebenfalls im Rahmen des Bauantragsverfahrens geprüft.“ Da es sich jedoch um ein laufendes Baugenehmigungsverfahren handele, das noch nicht abgeschlossen sei, „können unsererseits keine weiteren diesbezüglichen Auskünfte gegeben werden“.