Mit mobilem Beatmungsgerät sicher in die Mainzer...

Foto: hbz/Michael Bahr  Foto: hbz/Michael Bahr

Es war ganz schön knapp. Irgendwann in dieser schlimmen Nacht fürchteten die Eltern, Luisa zu verlieren. Die Ärzte in dem kleinen Krankenhaus im Hunsrück waren mit ihren...

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MAINZ/OPPENHEIM. Es war ganz schön knapp. Irgendwann in dieser schlimmen Nacht fürchteten die Eltern, Luisa zu verlieren. Die Ärzte in dem kleinen Krankenhaus im Hunsrück waren mit ihren Möglichkeiten so gut wie am Ende. Die Lungenentzündung, an der das kleine Mädchen litt, war so schwer, dass sie zu ersticken drohte. Sie bekam kaum noch Luft. Luisa hatte keine Kraft mehr.

Da taten die Ärzte das einzig Richtige: Sie riefen ihre Kollegen in Mainz an, die Spezialisten der Kinderintensivstation. Der Leitende Oberarzt Ralf Huth und Schwester Birgit Scheibner-Kohl machten sich sofort auf den Weg. Mit an Bord des Kindernotarzt-Einfahrzeugs hatten die beiden ein hochmodernes, mobiles Beatmungsgerät, mit dem schon sehr kleinen Kindern ganz gezielt geholfen werden kann. Finanziert wurde es mit Spenden aus der „Leser helfen“-Aktion vom vergangenen Jahr. Das Gerät ist genau für solche Fälle gedacht – wenn schwerstkranke Kinder sehr schnell Hilfe brauchen. „An diesem Beispiel sieht man, wie direkt die Spenden ankommen“, betont Huth.

Doch zurück zu jener Nacht. Huth und seine Mitarbeiterin nehmen das transportable Wunderwerk der Technik mit in das Krankenzimmer, in dem das Kleinkind liegt. Sofort wird das 15 Monate alte Mädchen an das Beatmungsgerät angeschlossen – und stabilisiert sich. „So konnten wir das Kind gut auf unsere Intensivstation nach Mainz bringen“, erklärt Huth. „Es war ein sicherer Transport.“

Das spürten auch die Eltern. „Wir hatten furchtbare Angst um unsere Tochter. Und die wurde erst einmal noch größer, als wir hörten, dass es so schlimm um sie steht, dass sie verlegt werden muss“, erzählt Sonja P.. Doch als das Team aus Mainz dann eingetroffen sei und sich um Luisa gekümmert habe, „da kam dann gleich die Hoffnung, dass jetzt doch alles wieder gut wird“.

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Ralf Huth und Schwester Birgit brachten das kleine Mädchen im Einsatzwagen nach Mainz, die Eltern brausten im eigenen Auto hinterher. Luisa befand sich kaum länger als eine Stunde auf der Kinderintensivstation, da stand die genaue Diagnose schon fest: Viren hatten ihre schwere Lungenentzündung ausgelöst. Jetzt konnte das Mädchen gezielt behandelt werden.

Auch diese rasend schnelle Diagnostik ist alles andere als selbstverständlich. Möglich macht sie „Bio Fire“, ein Gerät, das ebenfalls mittels Spenden finanziert werden konnte. „Bio Fire“ wertet innerhalb kürzester Zeit die Proben von Patienten aus, untersucht sie auf Viren und bakterielle Erreger.

So konnten die Ärzte blitzschnell ausschließen, dass Luisa an einer von Bakterien verursachten Infektion litt. „Daher konnten wir ihr die Gabe von Antibiotika ersparen, die man ansonsten womöglich vorsichtshalber verabreicht hätte“, erklärt Huth. „Und das völlig umsonst – und mit dem Risiko der Nebenwirkungen.“

Bis Luisa wieder selbständig atmen konnte, vergingen Tage – doch ihr Zustand verbesserte sich schnell. Das Fieber ging zurück, sie wurde ruhiger. Was auch daran lag, dass ihre Eltern immer bei ihr waren. Während Luisas Krankenhausaufenthalt war das Ehepaar im Ronald-Mc-Donald-Haus einquartiert, das sich in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik befindet.

Noch bevor Luisa ganz vom Beatmungsgerät genommen werden konnte, stand fest: Sie wird wieder ganz gesund. „Die Ärzte haben uns auch schon gesagt, dass keine Spätfolgen zu befürchten sind“, lächelt Sonja P. leicht mitgenommen. Die Eltern stehen immer noch unter Schock: Zu schnell war aus ihrem fröhlichen, gesunden Töchterchen ein lebensbedrohlich krankes Kind geworden. „Das ist“, sagt Vater Sascha P. , „irgendwie noch immer unfassbar.“

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Um so größer ist das Glück darüber, dass alles gut ausgegangen ist. „Wir sind den AZ-Lesern, die mit ihren Spenden vergangenes Jahr geholfen haben, dass dieses Beatmungsgerät angeschafft werden konnte, unendlich dankbar“, betont Sascha P. „Das möchte ich unbedingt sagen.“

Seit vielen Jahren finanziert Kikam, der Förderverein für die Mainzer Kinderintensivstation, hochmoderne Technik, um die bestmögliche Versorgung der schwerkranken jungen Patienten zu gewährleisten. Die AZ Oppenheim hilft dabei, veranstaltet ihre Leser-helfen-Weihnachtsaktion wieder für Kikam. In diesem Jahr sollen die Spenden unter anderem für die Beschaffung und Ergänzung von Beatmungs- und Notfalldiagnostikgeräten verwendet werden. Damit Kindern im Ernstfall schnell geholfen werden kann – Kindern wie Luisa.