Elke Diepenbeck und Roland Kalus spielen alte Hits und Eigenes...

Wenn Elke Diepenbeck den Bee-Gees-Klassiker „How deep is your love“ anstimmt und Roland Kalus dazu die Gitarre zupft, bekommen Zuhörer ein völlig neues Klangerlebnis serviert.Foto: hbz/Stefan Sämmer  Foto: hbz/Stefan Sämmer

„Die Tanzfläche ist frei“, mit dieser Feststellung eröffnete Elke Diepenbeck, die Sängerin des Duos Coolsville, das gut zweistündige Konzert der Gruppe auf dem...

Anzeige

OPPENHEIM. „Die Tanzfläche ist frei“, mit dieser Feststellung eröffnete Elke Diepenbeck, die Sängerin des Duos Coolsville, das gut zweistündige Konzert der Gruppe auf dem Marktplatz in Oppenheim. Und bei den hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad sollte sie es leider auch bleiben. Eingeladen hatten die Stadt und Stadtbürgermeister Marcus Held im Rahmen des Kultursommers 2017. Die rund fünfzig Zuhörer, verteilt über Marktplatz, Bühne und angrenzende Restaurants, vermieden bei dieser Hitze jede unnötige Anstrengung. Aber allein das Zuhören machte genug Spaß und gute Laune.

Viele Zuschauer, aber nur wenig Schatten

Leider waren viel zu wenige Schattenplätze verfügbar, sodass etliche Passanten leider weitergehen mussten, denn in der Sonne war es nicht lange auszuhalten. Damit nicht genug, machte eines der beiden Cafés just zum Konzertstart die Schotten dicht, und die wenigen Plätze mit „Wasserversorgung“ waren damit zusätzlich verloren. Dennoch präsentierten Elke Diepenbeck und Roland Kalus einen sehr hörenswerten Querschnitt ihres Repertoires, das viele der bekannten Titel seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in neuer Aufmachung enthält.

Anzeige

Mit Elke Diepenbecks toller Stimme klingen Titel wie „How deep is your love“ von den Bee Gees völlig anders als das Original, werden aber sofort wiedererkannt. Das ist ein besonderer Effekt, der für ein neuartiges Klangerlebnis sorgt. Ähnlich verhält es sich mit Steely Dans Titel „Rikki don’t lose that number“ und den folgenden Top-Hits, die Coolsville auf ihre Weise covered. Dabei kommt auch gelegentlich eine alte, im Hippiestil verzierte Melodika zum Einsatz und sorgt für nostalgische Sounds.

Aber nicht nur die Titel bekannter Künstler gehören ins Coolsville-Spektrum. Auch eigene Kompositionen belegen die musikalische Bandbreite und das Können der Gruppe. So überzeugte Roland Kalus mit tollem Gitarrensound bei seinem Instrumentalstück „Wingertsknorze Blues“. Da auf dem Marktplatz zuvor amerikanische Touristen, die auf Untergrundtour unterwegs waren, gesichtet wurden, versuchte Kalus, den Titel mit „Vine- yard Blues“ zu übersetzen. Ob dabei allerdings der eigentliche Sinn rübergekommen ist, bleibt fraglich.

Auf jeden Fall hat die Vorstellung sicher bei manchem Besucher Lust auf mehr geweckt. Diese kann im Weingut „Das KulturGut Bechtolsheim“ von Diepenbeck und Kalus befriedigt werden. Dort gibt es neben einem bunten Kulturprogramm auch in regelmäßigen Abständen Auftritte von Coolsville. Da Bechtolsheim nun wirklich nicht weit entfernt ist, ist ein Besuch dort auf jeden Fall zu empfehlen.

Den beiden Künstlern gebührt für ihre Leistung auf dem Marktplatz trotz nicht optimaler Umstände große Anerkennung.