Bürgerforen lösen im April die Anti-Held-Demos in Oppenheim ab

(kis). Seinen Wahlspruch hat er schon. „Wir sind Oppenheim“, rief Walter Jertz bei der letzten Oppenheimer „Montags-Demo“ ins Megaphon und gab damit die Parole für die...

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OPPENHEIM. (kis). Seinen Wahlspruch hat er schon. „Wir sind Oppenheim“, rief Walter Jertz bei der letzten Oppenheimer „Montags-Demo“ ins Megaphon und gab damit die Parole für die kommenden Wochen und Monate aus. Dass es zumindest vorerst keine weiteren Kundgebungen vor dem Rathaus mehr geben wird, nahmen die gut über hundert Teilnehmer mit Ausrufen des Bedauerns zur Kenntnis.

„Aber das Hauptziel ist erfüllt, Marcus Held ist von all seinen Ämtern in Oppenheim zurückgetreten“, sagte Organisator Axel Dahlem, der für seine Arbeit in den vergangenen Wochen – die erste Demo hatte er am 8. Januar auf die Beine gestellt – viel Applaus erhielt. Dahlem kündigte an, dass es künftig in zweiwöchigem Turnus „Bürgerforen“ geben werde, das erste am Montag, 9. April, 20 Uhr, im Saal des Merianhotels. „Da kann jeder seine Ideen einbringen.“

Denn es gibt keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen – das war der Tenor aller Reden dieses Abends. Noch gebe es in der Oppenheimer Kommunalpolitik Leute, die sich bis heute nicht von Held distanziert hätten, erklärte Dahlem. Eine Kerbe, in die auch Michael Christ von den Grünen Rhein-Selz haute: „Es kann nicht sein, dass zahlreiche Begünstigte noch immer in ihren Ämtern verharren.“ Die „Aufräumarbeiten“ hätten noch nicht einmal richtig begonnen, so Christ: „Wir werden noch einige Leichen im Keller finden.“

Angst vor den „alten Seilschaften“

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Das Denkmal sei gestürzt, der Sockel am Bröckeln. „Doch das Fundament ist noch spürbar“, warnte Redner Torsten Kram (SPD) vor „alten Seilschaften“, die nach wie vor versuchten, in Stadt, HGO und SPD Einfluss zu nehmen. Dennoch lautete sein Fazit: „Wir waren erfolgreich, Helds Rücktritt ist unser gemeinsamer Erfolg. Und: Es hat auch Spaß gemacht.“

Jetzt solle der Blick nach vorne gehen. 60 Unterschriften brauche er, um fürs Bürgermeisteramt kandidieren zu können, verkündete Jertz. Ein Zuschauer kommentierte das mit trockenem Humor: „Die kriegen wir zusammen.“ Zustimmendes Gelächter.