Rabenschwarze Komödie in Nierstein

„Schwarze Witwen“ versammeln sich bei der Werkstattaufführung zu einer rabenschwarzen, aber humorvollen Komödie. Foto: hbz/Stefan Sämmer

Rabenschwarz, aber dennoch humorvoll: Das neue Stück des Aha!!!-Theaters in Nierstein wird im Mai 2020 gezeigt. Jetzt gab es eine Werkstattaufführung.

Anzeige

NIERSTEIN. Wer hat nicht eine Leiche im Keller? Mit dieser obskuren Frage befasst sich das Aha!!!-Theater in seiner neusten Produktion mit dem Titel „Schwarze Witwen“. Vor der Premiere hat der „Theatergott“ eine Werkstattaufführung gesetzt, die vor einem sorgfältig ausgesuchten Publikum im Johannes-Busch-Haus mit viel Engagement und Spielfreude im Rahmen der Reihe „Kultur um 8“ über die Bühne ging. Das erste Senioren-Theater in Nierstein zeigte daraus erste Ausschnitte – rabenschwarz und doch humorvoll.

Wie die künstlerische Leiterin der 2015 gegründeten Gruppe, die Theaterpädagogin Heike Mayer-Netscher, erklärte, „gibt es in der Vorbereitung zwar die Rollen, aber noch keine Handlung. Wir wollen überprüfen, inwieweit unser Vorhaben jetzt schon funktioniert. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Aufführungen wird jeder Darsteller immer die gleiche Figur spielen“. Sechs verschiedene Szenen wurden präsentiert, drei nach Motiven externer Autoren wie Georg Kreissler, Esther und Abi Ofarim, Franz Mon und drei, die vom Ensemble selbst stammen. Wie immer schwarz gekleidet und mit ausgeprägtem schwarzen Humor, traten die zehn Akteure in das Rampenlicht. „Es muss wegen des Titels kein Mann um sein Leben fürchten“, beruhigte Renate schmunzelnd, derweil August neun schwarze Trauerhüte an einer Schnur langsam aufreihte. Gabriela, Uschi und Regina ließen noch einmal die Stücke der Vergangenheit wie „Barfuß im Regen“ und das biografisch behaftete „Koffer auspacken“ Revue passieren. Edeltraud kam auf die Bühne geflitzt und berichtete begeistert von den Tourneen und besonders von den Gastspielen in der näheren Umgebung von Nierstein. Außer August nahmen Roswitha M., Lotti, Roswitha E., Gabriela, Regina, Renate, Annette, Edeltraud und Uschi einen schwarzen Hut, setzten ihn vorsichtig auf und stellten sich mit ihren Rollen vor. Da saßen sie jetzt alle in der Trauerhalle und nahmen ergriffen an einer Beerdigungsandacht teil. „Das ist die Frage aller Fragen“, tönte es jetzt vom Himmel, ein untrügliches Zeichen, dass gleich etwas passieren wird, ein Café entsteht. Darin tanzten Edeltraud und August zum Lied mit dem Refrain: „Schatz geh nach Haus, dein Mann ist krank“. Annette, Lotti, Renate und Uschi unterhielten sich dort aber auch angeregt über eine Fortbildungsmaßnahme zum Thema „Grabrede“. Es folgte eine urkomische Kostprobe, die bei den drei Freundinnen allerdings keine Jubelstürme auslöste. Und wieder wurde getanzt: „Schatz, geh nach Haus, deinem Mann geht es schlecht“. Szenenwechsel: „Oskar Zilinski ist gestorben“!. Es kam bei einem Wortspiel die Frage auf, ob es sich bei dem Verstorbenen um Zilinski oder gar um Borowski handelt. Und wieder: „Schatz geh nach Haus, dein Mann ist tot“. Roswitha M., Renate, Regina, Lotti und Uschi bemitleideten sich auf dem Friedhof gegenseitig und loteten aus, wer wohl am meisten von Oskar profitiert hat. Und zum letzten Mal: „Schatz, geh nach Haus und werd reich durch die Leich!“. In der Zwischenzeit versammelten sich alle Mitwirkenden noch einmal, um süffisant lächelnd „im Park Tauben zu vergiften“.

Das Aha!!!-Theater ist im übrigen Mitglied beim Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und nimmt außerdem an überregionalen Workshops teil. Summa summarum: alle zehn Mimen sind sehr zufrieden und feilen leidenschaftlich weiter an der Premiere der „Schwarzen Witwen“, die im „Alten E-Werk“ im Mai 2020 inszeniert wird.