Sanierung der Guntersblumer Schulsporthalle startet

Hammerhart: Mit dem symbolischen ersten Schlag startet die Sanierung der Guntersblumer Schulsporthalle.Foto: hbz/Michael Bahr  Foto: hbz/Michael Bahr

Die Grundschulen sind bekanntermaßen einer der größten Kostenfaktoren für die Verbandsgemeinde Rhein-Selz. Über 1,6 Millionen Euro steckt die VG in diesem und dem...

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GUNTERSBLUM. Die Grundschulen sind bekanntermaßen einer der größten Kostenfaktoren für die Verbandsgemeinde Rhein-Selz. Über 1,6 Millionen Euro steckt die VG in diesem und dem kommenden Jahr allein in die Sporthalle der Guntersblumer Carl-Küstner-Schule. Mittlerweile sind vom Boden nur noch graue Steinplacken übrig, seit 1. Februar wird die Halle systematisch entkernt. Während am Freitag die Kinder im Hof eine wilde Fastnachtsparty feierten, läuteten die Honoratioren in der Halle mit ein paar kräftigen Hammerschlägen die Sanierung des Bauwerks ein.

Einmal schweres Gerät war dabei für den Ersten Kreisbeigeordneten Adam J. Schmitt reserviert – schließlich hat der Landkreis allein 300 000 Euro für drei der vier Bauabschnitte gegeben, die spätestens Oktober abgeschlossen sein sollen. Den Löwenanteil der Arbeiten macht dabei die Sanierung des Daches mit einem Preisschild von 590 000 Euro aus. Lange war darüber diskutiert worden, ob die Holzkonstruktion erneuert werden kann. „Die Fachleute haben uns aber dringend geraten, diese auszutauschen“, berichtete VG-Bürgermeister Klaus Penzer. Auch in der Turnhalle der Oppenheimer Grundschule am Gautor hatte man sich schließlich von den Holzdeckenbalken getrennt. Künftig, erklärte Architektin Marion Prowald aus Hillesheim, wird ein Stahlfachwerk das Dach tragen.

Wer viel tobt, kann sich Erlerntes besser merken

Für weitere 275 000 Euro wird im selben Zeitraum die Innensanierung vorangetrieben und eine neue Beleuchtung eingebaut. „Wir freuen uns schon auf die neue Halle“, sagte Schulleiterin Anja Belan. Nicht nur, weil dann Übergangslösungen wie das Dorfgemeinschaftshaus Geschichte sind, sondern weil die Halle eine gewichtige Rolle im pädagogischen Konzept der Schule spielt: „Sie ist der zentrale Knotenpunkt unserer Schule. Mittlerweile ist ja längst erwiesen, dass sich Lerninhalte festigen, wenn man den Kindern anschließend Bewegung erlaubt.“ Heißt auf deutsch: Wer hinterher tobt, merkt sich die vorher gelernten Dinge besser.

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Mit der Sanierung im Herbst ist allerdings noch längst nicht Schluss. Mit einem Kostenvoranschlag von 734 000 Euro stehen eine neue Fassade, Erweiterungen und die neue Pausenhalle auf der Agenda, anschließend kommen Außenbereich und Schulhof dran. Schließlich soll die Einrichtung fit gemacht werden für die geplante Dreizügigkeit – weil der Ort Guntersblum wächst und auch viele Flüchtlingskinder aufgenommen hat. „Die ADD hat die Dreizügigkeit schon in Aussicht gestellt“, berichtete Penzer, „aber welche baulichen Maßnahmen das nach sich zieht, ist noch offen.“

Gebaut werden soll auf jeden Fall noch ein weiterer Gymnastikraum, an der Seite zum jetzigen Parkplatz hin. Dazu greift der Turnverein tief in die Tasche, die Ortsgemeinde will die Zinslast tragen (die AZ berichtete). Das neuartige finanzielle Konstrukt, das Teil des am Vorabend beschlossenen Haushaltes 2017 ist (siehe Seite 16), geht nun zur Prüfung an die Kommunalaufsicht beim Landkreis. Ortsbürgermeisterin Claudia Bläsius-Wirth hofft auf einen positiven Bescheid bis Mitte März.

Von Ulrich Gerecke