Grundschule Dolgesheim: Gremium ohne VG-Rat wählt Planeúngsbüro

Das Verfahren schmeckt nicht jedem, die gewählten Volksvertreter fühlen sich übergangen. Laut Beigeordneter Gabriele Wagner gibt es aber gute Gründe für das gewählte Vorgehen.

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DOLGESHEIM. Die Grundschule in Dolgesheim wird auf drei Züge erweitert, doch der Weg dahin schmeckt einigen Kommunalpolitikern nicht. Weil die Verwaltung der Verbandsgemeinde Rhein-Selz das Planungsbüro für die Baumaßnahme ohne Beteiligung gewählter Volksvertreter aussuchen will, gab es im Bauausschuss Kritik und Unbehagen. „Das geht an den Gremien vorbei“, meinte Karl Christian Schmitt (CDU), sein Parteifreund Egid Rüger sagte: „Damit tue ich mich schwer.“

Auslöser für die Streitfrage war der vor einem Jahr beschlossene Neubau der Grundschule in Undenheim. Die zuständige Erste Beigeordnete Gabriele Wagner (CDU) sagte im Bauausschuss, damals hätten sich die meisten Mitglieder der Jury, darunter auch VG-Ratsmitglieder, „von der Optik leiten lassen. Aber es geht nicht um die Entwürfe, es geht darum, die fachliche Eignung zu prüfen.“ Also die Frage, ob ein Planungsbüro seine Vorschläge auch umsetzen kann und sich dabei an die Vorgaben hält, insbesondere die Schulbaurichtlinie. Denn sonst gibt es keine Zuschüsse.

Weil genau das in Undenheim nicht funktionierte, gab es eine Verzögerung von einem halben Jahr, führte Wagner weiter aus. Deshalb wird in Dolgesheim nun ein Gremium das Planungsbüro ausgucken, in dem die Bauverwaltung der VG, die Vergabestelle und ein privates Partnerbüro sitzen.

Die Bedenken aus dem Ausschuss – Stichwort: fehlende Transparenz – versuchte Wagner zu zerstreuen: Die VG sei verpflichtet, das nach einer Bewertungsmatrix am besten bewertete Büro zu nehmen. Dieses müsse mindestens zwei Varianten vorlegen, die Auswahlkriterien sollen dem Ausschuss prsäentiert werden.

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In Dolgesheim sind derzeit zwei Möglichkeiten im Gespräch: ein Anbau oder ein zusätzlicher Bau. Eine Aufstockung des vorhandenen Schulgebäudes sieht Wagner kritisch. Zu beachten sei zudem, dass Sportanlage und Feuerwehr-Zufahrt unangetastet bleiben.

Insgesamt vier neue Unterrichtsräume sollen für die dreizügige Schule entstehen, dazu ein Lehrerzimmer, ein Büro für die stellvertretende Schulleitung und eines für die Schulsozialarbeit. „Der Raumbedarf ist dringend“, machte Wagner deutlich.

Von Ulrich Gerecke