Steinbruch in Trechtingshausen wächst

Der Steinbruch Sooneck, die namensgebende Burg und die Schiffsverladestelle. Das Abbaugelände soll zukünftig um knapp 10 Hektar und 60 Höhenmeter wachsen. Foto: Jochen Werner

Das Abbaugelände des Steinbruchs Sooneck wird größer. Zunächst 6000 Quadratmeter. Was das für die Hartsteinwerke bedeutet.

Anzeige

TRECHTINGSHAUSEN. Die zum niederländischen de Beijer-Konzern gehörenden Hartsteinwerke Sooneck sind mitten in der Corona-Pandemie auf Expansionskurs. Aktuell arbeiten in Trechtingshausen rund drei Dutzend Mitarbeiter in Festanstellung. Jetzt hat das Unternehmen die Weichen für die Zukunft gestellt: Denn eine Vergrößerung des Abbaugeländes wurde vom Rat der Mittelrheingemeinde bestätigt.

Auf Mitarbeitersuche für den Dienstsitz „Im Paradies“

Bergbau-Ingenieur Dr. Willem Douw kennt sich aus in den Hartsteinwerken Sooneck wie kein Zweiter, war von 1991 bis 1999 bereits Betriebsleiter und übernahm diesen Job später erneut.

Jetzt steht er vor weiteren personellen Herausforderungen. Ein Neuzugang ist ein Mitarbeiter aus Syrien, diese Einstellung habe sich als echter Glücksgriff gezeigt, so Douw. Demnächst werde auch dessen Nachbar seine Arbeitskraft für das Unternehmen einsetzen. Im Verkauf wurde bereits ein neuer Mitarbeiter eingestellt. Dabei ließen sich die Hartsteinwerke nicht allein von Zeugnissen leiten. „Fachkenntnisse sind zwar nicht hinderlich, aber auch nicht Voraussetzung, weil wir allen Neulingen ohnehin eine umfassende und qualifizierte fachliche und betriebliche Einarbeitung zukommen lassen“, sagt der Chef. Gesucht werden am Dienstsitz „Im Paradies“ Mitarbeiter in mehreren Bereichen, ob im Vertriebsaußendienst oder in der Maschinenbedienung.

Anzeige

Klassisch beliefern die Hartsteinwerke Baustellen, die mit dem Flussbau zu tun haben, direkt über den Rhein. Über ein Förderband werden Schiffe unmittelbar vor Ort beladen. Douw informiert, „dass wir auch am Hochwasserschutz beteiligt sind“. Außerdem sei vor vier Jahren eine Anlage zur Nassaufbereitung in Betrieb genommen worden, wodurch man auf dem Ziegeleimarkt neue Kunden habe gewinnen können. Per Laster würden nun nicht mehr nur Kunden bis zum Rhein-Neckar-Raum, wenige Kilometer nördlich von Karlsruhe beliefert.

Auf Eis lägen zurzeit die Planungen, den Steinbruch zur Bundesgartenschau 2029 touristisch in Szene zu setzen und für Besucher und Einheimische attraktiv zu gestalten. Der Grund sei ganz einfach. „Corona macht es schwierig, Dinge zu recherchieren“, erklärt Douw. Man halte aber daran fest, den aktiven Steinbruch als speziellen Teil der Kulturlandschaft zeigen zu wollen. Ideen gibt es viele. Etwa das Abbaugeschehen und das Verladen des Materials auf Schiffe mit Hinweis- und Aufklärungstafeln zu verdeutlichen, spezielle Einblicke von der Abbruchkante geben oder geführte Touren. Auch der Blick in die Historie mit der von der Grube Dr. Geier in Waldalgesheim kommenden Seilbahn, zählt dazu.

Eine erste Erweiterung des Abbaugeländes von 6000 Quadratmetern steht unmittelbar bevor. Überhaupt blickt Douw zufrieden auf die jüngsten Genehmigungsverfahren, die „sehr erfreulich verlaufen“ seien. In den kommenden Tagen erwartet er den Bescheid, mit dem im Frühjahr losgelegt werden könne. Mit der zusätzlichen Fläche sei ein vernünftiges Weiterarbeiten möglich. „Das reicht zur Überbrückung“, sagt Douw und blickt auf das Großvorhaben, mit dem der Betrieb auf Jahre überlebensfähig bleiben will: Um knapp zehn Hektar soll das Abbaugelände erweitert werden.

Voraussetzung ist, dass alle Behörden zum selben Ergebnis kommen wie eine Vorprüfung. Der Regionale Raumordnungsplan und der Landesentwicklungsplan lassen einen Abbau zu. Im Sommer hatte Douw bei einer Informationsveranstaltung in Trechtingshausen von einer „verfahrenstechnisch großen Nummer“ gesprochen. Von der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe sei im November der Fahrplan verabschiedet worden, sagt er heute. Dass eine Erweiterung nur in Übereinstimmung mit dem Unesco-Welterbestatus geschehen könne, verstehe sich von selbst, unterstreicht Douw.