Die heilsame Kraft des Singens

In diesem Frühjahr blickt der Volksliedersingkreis auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Die Jubiläumsfeier findet am Mittwoch, 25. April, im Weingut Fendel statt. Zeit,...

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NIEDERHEIMBACH. In diesem Frühjahr blickt der Volksliedersingkreis auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Die Jubiläumsfeier findet am Mittwoch, 25. April, im Weingut Fendel statt. Zeit, auf die Ursprünge des Volksliedersingens zurückzublicken.

Der Singkreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Volksliedgut im Bewusstsein der Bevölkerung wachzuhalten. Das kulturelle Leben im einst so sangesfreudigen Viertälergebiet verkümmert mehr und mehr. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit die Gesangvereine aus Oberheimbach, Rheindiebach, Manubach, Steeg, Breitscheid, Neurath, Bacharach, Niederheimbach und zuletzt auch in Trechtingshausen ihre gesangliche Tätigkeit einstellen mussten. Bleiben gerade noch die S(w)inging People und die Männergesangvereine aus Henschhausen und Oberdiebach und wenige Kirchenchöre übrig.

Volksliederkreis beim Spaziergang erdacht

Am 2. Mai 1988 gründete Initiator und Ideengeber Franz Weinert mit einigen Gleichgesinnten im Niederheimbacher Weingut Arthur Stonjek den heute über die engeren Grenzen hinaus bekannten Volksliedersingkreis. Dabei wurde das umgesetzt, was tags zuvor bei einem Spaziergang mit dem MGV Frohsinn erdacht und beim geselligen Beisammensein im Oberheimbacher Gasthaus „Graf Lamberger Hof“ besprochen worden war. Mitbegründer waren Änne Heinz, Herbert Jercha, Walburga und Richard Pletz, Liesel Volk, Hannelore Weinert sowie Hans und Ännchen Zimmer. Der Volksliedersingkreis, dessen organisatorische Leitung seit dem Umzug Franz Weinerts im Jahre 2014 in den Händen von Leni Ginsberg liegt, ist stolz, dass er die Sängerinnen und Sänger in seiner Runde mit ansprechendem und vielseitigem Liedgut immer wieder aufs Neue begeistern kann. Ohne Musikbegleitung war es in der Anfangszeit mit dem offenen Singen schwierig. Deshalb wurde über entsprechende Möglichkeiten nachgedacht. In Ewald Frickhofen fand die Gruppe einen engagierten Musikliebhaber, der die jeweiligen Volkslieder mit seinem Akkordeon begleitete. Mit Talent, Geschick und Liebe trug Frickhofen dazu bei, dem Singen eine besondere Note zu verleihen.

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Monatliches Treffen im Weingut Fendel

Im Mittelpunkt des einmal monatlich stattfindenden Liedersingens, zu dem man sich zunächst im Weingut „Schlossberghof“ traf, stand immer das Bewahren des Volksliedgutes. Seit nunmehr 22 Jahren treffen sich die Mitglieder des Singkreises einmal monatlich an einem Mittwochabend im Niederheimbacher Weingut Fendel. In der Regel sind es derzeit etwa 20 Sänger, die sich hier ein zwangloses musikalisches Stelldichein geben. Der Sänger waren schon mehr: Um die Jahrtausendwende lag ihre Zahl bei 25 bis 30, der Rekord war 49.

Der Volksliedersingkreis ist desweiteren stolz darauf, dass er seine Teilnehmer aus nah und fern, ob aus Dellhofen, Medenscheid, Manubach, Trechtingshausen oder Weiler, mit seinen Volksliedern, aber auch mit Stimmungs- und Schunkelliedern begeistern kann. Alles frei nach der Devise: „Singen ist Leben, Singen ist Freude, Singen belebt das Herz!“

Musik ist für die Teilnehmer die schönste Form, die Stimmung des oft tristen Alltags zu konterkarieren. Gerade das Volksliedgut profitiert von seiner Tradition, zeugt zugleich von einem wechselnden Lebensgefühl und ist melodienstark. Das volkstümliche Liedersingen und die klangvolle Begleitung Frickhofens sind beispielhaft. Die Sänger sind überzeugt, dass das kostbare kulturelle Erbe erhalten bleiben muss und dass im Singen eine heilsame Kraft liegt.