Stadtrat in Bacharach im Zeichen der Zukunft

Im Stadtrat in Bacharach stehen der Städtebauliche Denkmalschutz und der Erhalt des Tonnenhofs im Vordergrund.

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BACHARACH. Die erste Zusammenkunft des Stadtrates nach der konstituierenden Sitzung stand im Zeichen des Förderprogrammes „Historische Stadtbereiche – Städtebaulicher Denkmalschutz“ und der Zukunft des ehemaligen „Tonnenhofes“ am Rheinufer, in dem noch der städtische Bauhof untergebracht ist. Zu beiden Themenbereichen gaben Anita Broghammer-Conrads und Mathias Olschewski von der Wormser Städtebaugesellschaft GSW eine Übersicht.

Mit dem Tonnenhof sei man ziemlich weit, schilderte Gunter Pilger als Erster Beigeordneter und Ratsvorsteher. Die Zukunft der Immobilie habe dem früheren Bürgermeister Karl-Heinz Schleis besonders am Herzen gelegen. Bis auf zwei nichtige Justierungen seien alle Vorbereitungen abgeschlossen, noch im September sollten weitere Schritte eingeleitet werden. Hier, so Olschewski, gehe es darum, nicht nur einfach einen Pächter zu finden, sondern einen solchen, der ein geeignetes Konzept vorlege und dieses sowohl transparent als auch als funktionstüchtig erklären könne. Interessensbekundungen zu veröffentlichen sei Sache der Verbandsgemeinde, der Rat könne dann über Konzepte und Personen entscheiden, dezidierte der Stadtplaner. Probleme bei der Umsetzung bestehen nicht: Eine Bauvoranfrage ist längst genehmigt. Die angestrebte weitere Stadtsanierung funktioniert nur in Zusammenarbeit zwischen der Kommune und privaten Hauseigentümern – beides auf Basis der Ergebnisse der bereits durchgeführten vorbereitenden Untersuchungen. Dabei dürfen nur Maßnahmen innerhalb des festgelegten Sanierungsgebietes gefördert werden, bei Privatleuten mit einer maximalen Förderung von 90 Prozent und einer Höchstsumme von 25 000 Euro. „Die monetäre Förderung ist überschaubar, die steuerlichen Abschreibungen sind vielfach der interessantere Part“, gab Olschewski zu bedenken.

Losgehen kann alles wohl erst im nächsten Jahr. Die Modernisierungsrichtlinie liegt als Basis zwar schon viele Monate vor, kann aber erst dann beschlossen werden, wenn abschließend über das Sanierungsgebiet bestimmt wurde. Dazu wiederum muss aber zunächst das Land sein Okay geben. Dies werde, so Pilger, wahrscheinlich im Dezember so weit sein. Modernisierung von Gebäuden bedeute die Beseitigung von Missständen durch bauliche Veränderungen, erklärte Olschewski. Bei allen über das Programm zu fördernden privaten Maßnahmen stünden als Ziele die Stärkung des Alleinstellungsmerkmales der Stadt und die Beseitigung struktureller baulicher Defizite obenan. Weitere Ziele seien die städtebauliche Erneuerung der historischen Innenstadt oder die Nutzbarmachung für zeitgemäßen Wohnraum. Als zusätzliche Kriterien kommen die Beseitigung von Leerständen, der Gewerbeerhalt oder die energetische Sanierung ins Spiel.

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Ab dem kommenden Jahr erfolgt die Sperrmüll-Abholung in der Stadt und ihren Ortsteilen ausschließlich über individuelle Abruftermine. Der Rat entschied sich mit zehn gegenüber vier Stimmen für diese Lösung. Ein gemeinsamer Abholtermin entfällt damit.