Backtradition bleibt erhalten

Hugo Hüttner ist einer der Experten, die noch mit dem Backofen umgehen können. Foto: Jochen Werner   Foto: Jochen Werner

(jow). Im Bacharacher Stadtteil hat Backen von Brot, Kuchen und Pizza noch Tradition. Der Backofen in der jetzigen Form wurde im Jahre 1929 von der Firma Hermann Heuft aus Bell...

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HENSCHHAUSEN. (jow). Im Bacharacher Stadtteil hat Backen von Brot, Kuchen und Pizza noch Tradition. Der Backofen in der jetzigen Form wurde im Jahre 1929 von der Firma Hermann Heuft aus Bell (Eifel) gebaut und in den sechziger Jahren renoviert. Der Backofen ist gut sechs Dekaden nach dieser letzten Sanierung in die Jahre gekommen und laut Gutachten des renommierten Ofenbauers nahe des Laacher Sees nicht mehr zu reparieren.

Antrag gestellt auf Ehrenamtsförderung

Die Experten von Heuft haben deshalb folgendes vorgeschlagen: Abbruch des alten Ofens bis auf Sockelhöhe, dann das Gießen einer rund 15 Zentimeter dicken, armierten Betonplatte auf den bestehenden Ofensockel und schließlich den Neubau des Ofens in Rechteckform mit einer Backfläche von 1,50 mal zwei Meter. Die Kostenschätzungen für diese Arbeiten belaufen sich auf 30 150 Euro. Zusätzlich zur Sanierung des Ofens soll anschließend auch der Backes noch etwas umgestaltet werden.

Um dies bewerkstelligen zu können, wurde ein Antrag für die Ehrenamtsförderung des Landkreises gestellt und im Stadtrat auch in dessen Februarsitzung durchgewunken. Ortsvorsitzender Eckart Steeg erklärte, man wolle die Backtradition danach mit Workshops an jüngere Generationen übertragen und aufrecht erhalten. Denn es bedürfe schon einiger Erfahrung, einen Sauerteig für das Brot herzustellen. Genauso, wie den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wann das Brot in den Ofen kommt und wie lange die Laibe dort drinbleiben müssen. „Backen will halt gelernt sein“, so Steeg. Zwei, die es können, sind Rudi Krämer und Hugo Hüttner. Des Letzteren Teigknetmaschine, die derzeit noch in der heimischen Garage steht, kommt später auch in den dann komplett eingerichteten Backes.

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Jedes Jahr wird der Ofen etwa zwei Dutzend Mal genutzt. Mit der gelungenen Sanierung soll in Henschhausen ein jährliches Backesfest stattfinden. Und auch für andere Stadtteile wird angeheizt. Steeg verspricht, „dass wir für den Erlebnistag mit Flohmarkt in Neurath und Medenscheid im April zweimal backen werden und somit etwa 60 Brote anbieten können.“