Zwillingstreff in Nieder-Olm

Mitgründerin Diana Nordmann (4. v.l.) möchte Mehrlingseltern die Möglichkeit geben sich auszutauschen, während die Kinder sich austoben können. Unterstützt werden die Eltern von Rosemarie Weich (r.). Foto: hbz/Kristina Schäfer

Im Haus der Vereine können sich die Kinder austoben, während die Eltern eine Möglichkeit zum Austausch haben.

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NIEDER-OLM. Es wimmelt und wuselt in der Spielecke, zum Zwillingstreff im Haus der Vereine. Doch um Große und Kleine, die sich hier gern begegnen, für einen Moment versammeln zu können, helfen Teddy und Trickkiste. Je nach Alter und Vorlieben gibt es für jeden etwas zu entdecken. Die jüngsten Besucher an diesem Tag sind acht Monate alt, ein anderes Duo ist mit anderthalb schon munter auf den Beinen. Willkommen sind auch Zwillinge, die noch im Bauch heranwachsen, und natürlich die älteren Geschwister. Für Mamas und Papas, die sonst oft gar nicht Augen, Ohren und Hände genug haben können, gibt es hier etwas Verstärkung.

„Der Zwillingstreff ist eine Möglichkeit für Mehrlingseltern mit Kindern bis vier Jahren, sich miteinander zu treffen und auszutauschen“, lädt Mitbegründerin Diana Nordmann ein. Eltern steht sie als Kinderkrankenschwester gern mit Rat und Tat zur Seite. Drei bis fünf Familien kommen dabei meist einmal im Monat zusammen, neue Interessierte sind willkommen. Das besondere Angebot wurde von der Caritas übernommen. Nun fand es zum dritten Mal unter der Schirmherrschaft des Familienzentrums statt, das Angebote machen möchte für Menschen aus Stadt und Umkreis und für alle Altersgruppen. Dankbar sind die dabei Engagierten für die gute Kooperation mit der Stadt und die Förderung des Landkreises.

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Wer mag, gibt eine kleine Spende in die Kaffeekasse für Getränke und Snacks. „Kaffee ist immer wichtig“, weiß Rosemarie Weich und lächelt verständnisvoll. Schließlich sind die Tage für junge Eltern oft anstrengend und der Schlaf knapp bemessen – gerade in der speziellen Situation mit Zwillingen. Im Ruhestand ist die Erzieherin und Spieltherapeutin, die liebevoll „Rosi“ genannt wird, ehrenamtlich aktiv. Ihr mache es Freude, die Kindergruppen pädagogisch zu begleiten und mit den Eltern zusammenzuarbeiten, sagt sie. Liebevoll bereitet sie daher den Raum vor und räumt wieder auf. Zudem bringt sie Selbstgebackenes mit, Erfahrung und eine Engelsgeduld. Denn während sie erzählt, hat ein Schelm den Kuchen in Krümel verwandelt...

Auch Spielideen haben die beiden in petto. Lieder und Fingerspiele sind besonders beliebt. Gespannt schauen die Kleinen zu, wenn Weich sie mit ausdrucksstarker Stimme und Gestik mit einbezieht. Dann traben auch schon mal allerlei Fantasie-Tiere durch den Raum und mit den Händen werden Geschichten erzählt. Bei einem Treffen wurden schon Abdrücke der kleinen Hände gemacht, zudem konnten die größeren Geschwister nach Herzenslust mit Salzteig formen. Während der Nachwuchs mit Spielen beschäftigt ist, nutzen die Eltern gern die Gelegenheit zum Austausch, fühlen sich schnell vertraut mit den anderen. Wie ging es ihnen? Wurden sie vom doppelten Kindersegen überrascht oder wurde ihr Wunsch durch künstliche Befruchtung erfüllt? Welche Wagen und Betten sind zu empfehlen? Wie kann man allen Kindern gerecht werden? Zieht man sie gleich an? Sollen sie später in eine Kita-Gruppe gehen? Überhaupt zeitgleich zwei Plätze im Kindergarten zu erhalten sei ihre Hoffnung, sagt eine Mutter. Vor und nach der Arbeit müsste sie ja sonst zwei Einrichtungen ansteuern.

Generell wird deutlich, wie wichtig weitere Unterstützung ist, der Väter, Großeltern, von Verwandten und Freunden. Zu Fragen aller Art können gemeinsam Antworten gefunden werden, zudem ist gut vorstellbar, weitere Referenten einzuladen. Willkommen für den Treff ist auch finanzielle Unterstützung für neue Spielsachen und gut erhaltene Kinderkleidung. Von neuen Interessierten sind Anmeldungen zwar erwünscht, doch auch spontane Besuche möglich, auch schon während der Schwangerschaft. Die nächsten Termine sind wieder monatlich für August und September geplant.