Zonta-Kunstpreis in Nieder-Olm vergeben

Claudia Schmitz (3. v.r.) bei der Vernissage der Ausstellung „Invisyllables“, bei der ihr der Zonta-Preis verliehen wurde, im Bild mit Elvira Antonini-Rumpf (2.v.l.),  Andrea Basler-Egg (3.v.l.), Paula Sippel (re.), Ingeborg Brauburger (2.v.r.) und Dieter Kuhl. Foto: hbz/Judith Wallerius

Im Rahmen eines Austauschstipendiums war die Künstlerin Claudia Schmitz zu Gast in Korea und konnte bei den Olympischen Winterspielen in Pjöngchang ihre Arbeiten ausstellen.

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NIEDER-OLM. Die Künstlerin Claudia Schmitz ist mit dem „Zonta Mainz Kunstpreis 2018“ ausgezeichnet worden. Zur Preisübergabe und zur Eröffnung der Ausstellung „In Between“ in der Kulturschmiede Wettig haben sich viele Gäste eingefunden, die zwischen, vor und hinter der Installation „Invisyllables“ den Reden und Glückwünschen lauschten.

Zwei schirmartige Papierobjekte scheinen im Raum zu schweben, eines der Gebilde wird durch einen Ventilator leicht in Bewegung gebracht. Auf diesen Formationen werden Videos projiziert, die Claudia Schmitz bei ihrem Korea-Aufenthalt produziert hat. Sie thematisiert mit dieser Installation die zurzeit noch undurchdringlich scheinende Grenze zwischen Nord- und Südkorea, eine Grenze, die nicht nur eine Landesgrenze, sondern eine Trennlinie zwischen Systemen und auf beiden Seiten Gegenstand bitterer Propaganda ist.

Im Rahmen eines Austauschstipendiums, ausgelobt vom Land Rheinland-Pfalz, war Claudia Schmitz zu Gast in Korea und konnte bei der Gangwon International Biennale, der künstlerischen Begleitveranstaltung zu den Olympischen und Paraolympischen Winterspielen in Pjöngchang, ihre Arbeiten ausstellen.

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Kuratorinnen hören 2019 auf

Aus Korea hat sie auch das Hanji-Papier mitgebracht, aus dem die Formation besteht. Aber es dient der Künstlerin auch als Fotopapier, auf dem sie ihre anderen Kunstwerke, die sie in verschiedenen Städten wie Chemnitz, Budapest, Hongkong oder Seoul installiert hat, fotografisch festgehalten hat. Sie verwendete dafür die Cyanotypie, ein fotografisches Verfahren mit blauen Farbtönen. Aus gefundenen Plastiktüten hat sie Skulpturen hergestellt und dann als dreidimensionale, bewegte Leinwände, auf denen sie ihre Videoprojektionen zeigt, wieder in den Straßen installiert. Die Themen Privilegien und Verschwendung, Fülle und Elend, geografische und soziale Grenzen verbindet Claudia Schmitz mit diesen Arbeiten.

„Man darf noch einiges von ihr erwarten“, sagt Andrea Basler-Egg, die Koordinatorin des Zonta-Kunstpreises. Die 1975 geborene und in Mommenheim aufgewachsene und in Berlin lebende Künstlerin hat schon viele Preise und Stipendien erhalten und ihre Werke weltweit präsentiert. Sie komponiert zudem Filmmusiken und ist als Dozentin in Hochschulen tätig. Ihr Studium hat sie in Mainz und Köln absolviert und ihr Diplom im Bereich audiovisuelle Medien mit Auszeichnung bestanden. Eindeutig sei die Wahl auf Claudia Schmitz gefallen, stellte Basler-Egg fest. Zudem sei sie ein „heißer Tipp“ der bekannten Nieder-Olmer Künstlerin Liesel Metten gewesen, die mit ihrem Ehemann Johannes bei der Vernissage zu Gast ist. Liesel Metten war vor Jahren die Initiatorin dafür, dass der Zonta-Kunstpreis in Nieder-Olm vergeben wird. Sie war auch die Antriebsfeder für die „Kulturschmiede Nieder-Olm“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Kunst in Nieder-Olm zu fördern. Stadtbürgermeister Dieter Kuhl bedauert sehr, dass die Kuratorinnen der Kulturschmiede, Ingeborg Brauburger, Paula Sippel und Diana Jentzsch, sich zurückziehen und aufhören; daher werde es im nächsten Jahr keine Ausstellungen geben.

Die Präsidentin des Zonta Clubs Mainz, Dr. Elvira Antonini-Rumpf, stellt den Zonta-Club vor, der in Amerika gegründet wurde und der 2019 seinen 100. Geburtstag feiert. Er ist ein weltweites Netzwerk aus berufstätigen Frauen und hat sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligten Frauen zu helfen und sich gegen Gewalt und für Gleichberechtigung einzusetzen.