Nieder-Olmer „Unverpackt”-Laden jetzt mit Onlineshop

Mitarbeiterin Jacqueline Buchholz im Nieder-Olmer "Unverpackt"-Laden von Rebecca und Florian Koss beim Abfüllen der Ware. Es sind jetzt auch Online-Bestellungen möglich.

Das Geschäft von Rebecca und Florian Kost kooperiert ab sofort mit dem Anbieter „Lokalkost”, der die Ware ausliefert. Deshalb haben sie sich dazu entschieden.

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Nieder-Olm. Der „Unverpackt“-Laden in der Pariser Straße, eröffnet vor knapp zwei Jahren, hat angesichts der Nachwehen von Corona und der Inflation weiter zu kämpfen. Die Inhaber Rebecca und Florian Koss wollen nun mit einem Lieferservice mehr Kunden erreichen und dazu animieren, nachhaltig, plastikfrei und regional einzukaufen. Dazu wurde eine Kooperation mit dem Anbieter „Lokalkost“ beschlossen. „Lokalkost“ bringt im Raum Mainz/Wiesbaden regionale, hochwertige Lebensmittel klimafreundlich mit E-Fahrzeugen bis zur Haustür.

„Unsere Kunden können ihre Bestellung ganz bequem über unsere Homepage aufgeben, die Auslieferung erfolgt mit den Lokalkost-Fahrzeugen. Wir werden künftig in unserem Laden in der Pariser Straße 96 in Nieder-Olm zudem eine Abholstation für ,Lokalkost‘-Kunden einrichten“, erläutert Florian Koss die Zusammenarbeit. Die „Lokalkost”-Kunden können im Laden ihre Bestellung abholen, sollten sie nicht daheim anzutreffen sein, wenn der Lieferant mit seinem E-Fahrzeug vorfährt. Für beide Seiten ergibt sich also eine „Win-Win-Situation”. Indirekt kann nämlich auch der „Unverpackt“-Laden sein Sortiment erweitern, denn die Kunden können sich über die „Lokalkost“-Seite Wurst, Käse, Gemüse, Obst ordern – Waren, die das „Unverpackt“-Geschäft nicht anbietet.

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Kunden schätzen Beratung im Geschäft

Hingegen gibt es dort Reis, Nudeln, Müsli, Mehl und weitere Lebensmittel des Grundbedarfs. Die Kunden füllen sich die Ware in mitgebrachte Behälter ab. Bei der Online-Bestellung werden Pfandgläser verwendet, die mehrmals genutzt werden können. Seither werde das schon bestehende Angebot, die Ware über die Homepage auszusuchen und die fertige Bestellung im Laden abzuholen („click and collect“), noch nicht so stark nachgefragt, sagt Florian Koss. Denn viele Kunden schätzten das Einkaufserlebnis und die gute Beratung im Geschäft.

Sowohl im Laden in Nieder-Olm als auch auf den Wochenmärkten ist die Nachfrage nach „Unverpackt“-Angeboten allerdings im Jahr 2022 wegen der Inflation zurückgegangen, schildert der Ladeninhaber. Aber entmutigen lassen möchten sich die Koss‘ und ihr Team aus zwei Teilzeitkräften und fünf Aushilfen nicht. Sie steuern weiter Märkte in ganz Rheinhessen mit ihrem Verkaufsmobil an und halten auch am Geschäft fest. Zu wichtig sind ihnen Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Regionalität, die „Unverpackt“-Philosophie. Deshalb haben sie im vergangenen Jahr auch diverse Vorträge und Besuche mit dem Verkaufsmobil in Schulen und Kitas organisiert.

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„Wir sind auf einem wichtigen, richtigen Weg“, bekräftigt Koss. Hartnäckig halte sich leider die Mär, dass die unverpackte Bio-Ware im „Unverpackt“-Geschäft teurer als herkömmliche Lebensmittel im Supermarkt sei. Das stimme so nicht. Wegen höherer Verpackungs- und Energiekosten seien vielmehr die Preise für konventionelle Ware im Supermarkt gestiegen. Im „Unverpackt“-Laden könne sich der Kunde hingegen passgenau die von ihm benötigte Menge abfüllen lassen. So gebe es keine Reste, die im Müll landeten.