Gemeinde Nieder-Hilbersheim benötigt Raum für Geräte

Bislang sind alle möglichen Materialien auf verschiedene Privatleute verteilt. Das soll anders werden. Doch noch hat die Gemeinde weder Geld noch ein Grundstück für eine Halle.

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NIEDER-HILBERSHEIM. Die Ortsgemeinde Nieder-Hilbersheim hat keine eigene Halle, in der sie Geräte und Material unterstellen könnte. Das gilt auch für die Buden und Accessoires, die jedes Jahr beim Bauern- und Handwerkermarkt zum Einsatz kommen. Die Sachen werden zurzeit auf private Hallen verteilt.

Eine Situation, die Ortsbürgermeisterin Rosemarie Jantz gerne ändern würde. Doch die Gemeinde hat keine Fläche, die sich für den Bau einer Halle anböte. Es bestehe aber die Möglichkeit, eine geeignete Fläche zu bekommen, und zwar in Form eines Tauschgeschäfts, sodass der Gemeinde keine Kosten für den Flächenerwerb entstünden, erläuterte die Ortsbürgermeisterin in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Geplantes Neubaugebiet als Geldquelle

Die Sache hat allerdings einen Haken: Das Gelände, das man per Tausch erwerben will, darf laut Flächennutzungsplan nur landwirtschaftlich genutzt werden. Deshalb müsste die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim den Plan entsprechend ändern. Einen solchen Antrag legte die Ortsbürgermeisterin dem Gemeinderat vor. Man habe zwar im Moment kein Geld, eine Gerätehalle zu errichten, räumte Rosemarie Jantz ein, wenn aber Geld in die Gemeindekasse komme, etwa durch das geplante Neubaugebiet, dann könnte man tätig werden.

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Skepsis bei der SPD. „Ich sehe keinen Sinn darin“, bemerkte Georg Marfilius. Man brauche keine Halle. Karl Brodt (FWG) indes beurteilte die Lage anders: Wenn die derzeitigen Unterstellmöglichkeiten wegfielen, brauche man eine Alternative. Deshalb sei es sinnvoll, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Beigeordneter Robert Schwab hielt die Gerätehalle an sich zwar für eine sinnvolle Sache, fragte aber, ob man nicht lieber einen Standort wählen sollte, der nicht im Überschwemmungsgebiet liege. Die Ortsbürgermeisterin machte klar, dass es der Gemeinde an dem nötigen Kleingeld fehle, um eine andere Fläche zu kaufen. Am Ende sprach sich der Rat bei drei Gegenstimmen der SPD für den Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans aus.

Von der Tagesordnung abgesetzt wurde der Sachstandsbericht zum geplanten Neubaugebiet. Zu diesem Punkt werde es eine Extra-Sitzung geben, teilte die Ortsbürgermeisterin mit. Die Sitzung am 26. März wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Auch Nieder-Hilbersheim will ein Gerät zur Geschwindigkeitsmessung anschaffen und damit dem Beispiel anderer Gemeinden in der VG Gau-Algesheim folgen. Der Grundsatzbeschluss zum Kauf eines Messgeräts fiel einstimmig. Geklärt werden soll aber noch, ob es ein Gerät auf Solarbasis sein soll oder mit Akkubetrieb. Hier will man zuvor die Kosten einander gegenüberstellen.

Bei einer Enthaltung stimmte der Rat für die Beteiligung der Gemeinde Nieder-Hilbersheim an der Bündelausschreibung für Gaslieferverträge – bezogen auf den Zweitraum 2020 bis 2022. Der Rat entschied sich zudem für die Variante mit Biogasbeimischung.