Zweiter Bauabschnitt im Bodenheimer „Bürgel“ startet

Es tut sich viel im Bodenheimer Gewerbegebiet „Lange Ruthe“. Neben der Turn- und Gymnastikhalle (ganz oben rechts) ist die Erweiterung des IC-Hauses im Bau (Mitte, mit Kran). Auch der Kreisel Lange Ruthe/Am Kuemmerling entsteht derzeit.Luftbild: Alfons Rath

Die zweite Halle im „Bürgel“ und der Radweg nach Gau-Bischofsheim waren Themen in der Ratssitzung. Die Fraktionen waren beim Weg uneins über Asphaltierung oder Schotterung.

Anzeige

BODENHEIM. In der jüngsten Gemeinderatssitzung (die AZ berichtete) informierte der zuständige Beigeordnete Thomas Glück (SPD) über den Stand der Arbeiten am Sportzentrum „Bürgel“. Bei einer Enthaltung wurde beschlossen, den zweiten Abschnitt (Sport- und Kulturhalle) wie in der Entwurfsplanung konzipiert umzusetzen und den Antrag auf Baugenehmigung zu stellen.

Glück sagte, der zweite Bauabschnitt koste rund 5,1 Millionen Euro, es seien in dieser Summe die 600 000 Euro enthalten, die bereits im ersten Abschnitt in der Technikzentrale verbaut worden waren.

Mit Bühnenanlage und Außentribüne

Anzeige

Vorgesehen ist eine Mehrzweckhalle mit drei Feldern, die im Norden eine 90 Quadratmeter große Bühnenanlage aufweist. Im Westen sind Andienküche und Getränkeausgabe zu finden, im Osten Umkleiden und im Obergeschoss die Außentribüne, von der aus die Wettkämpfe auf dem noch zu planenden und zu bauenden Sportplatz im Osten verfolgt werden können. Im Obergeschoss innen ist die Tribüne für die Halle mit 280 bis 300 Sitzplätzen vorgesehen, nebst Bistro und Nebenräumen.

Im Süden befindet sich die Einfeldhalle, die Anfang 2019 stehen soll und gerade im Bau ist. Von ihr aus kann die größere Mehrzweckhalle bei Veranstaltungen betreten werden. Maximal 1050 Besucher fasst die Dreifeldhalle. Die 289 notwendigen Parkplätze weist die Gemeinde in den umliegenden Gewerbegebieten nach.

Auch der geplante Radweg auf der Kanaltrasse zwischen Gau-Bischofsheim und Bodenheim beschäftigte das Gremium erneut. Er soll auf Beschluss des Rates mit Asphalt ausgebaut werden. Die SPD stimmte dafür, CDU, FWG, FDP dagegen.

Der Wirtschaftsbetrieb Mainz will über den Weg die Hauptsammler des Kanals warten und finanziert die Maßnahme. Ein Teilabschnitt soll mit Asphalt befestigt werden und diese neue Variante berührt im Gegensatz zur ersten Planung die Ausgleichsfläche für die Ortsrandstraße nicht mehr. Der Rest der Trasse erhält wie seither eine Schotterung.

Ausgleichsmaßnahmen hat der Wirtschaftsbetrieb bereits umgesetzt und zwei Bruthöhlen für Steinkäuze geschaffen. Baubeginn für den Radweg solle 2019 sein, führte Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) aus.

Anzeige

Die CDU hielt an ihrer Kritik fest. Es gebe bereits eine parallel verlaufende Radwegeverbindung, und der neue Weg führe durch einen Bereich, der bisher wenig mit Fahrzeugbewegungen belastet werde. Er diene dem Wild als Rückzugsraum, erläuterte Wolfgang Kirch, Fraktionsvorsitzender. Für die landwirtschaftlichen Nutzer werde es zu Konflikten mit dem Radverkehr kommen. Der Aufwand für die Sauberhaltung eines asphaltierten Weges sei höher als bei einer geschotterten Variante.

Auch Michael Leber (FWG) stimmte zu und wollte wissen, wer für Schäden aufkommen müsse. Diese bewegten sich auch seither schon völlig im Rahmen, entgegnete Thomas Becker-Theilig. Dirk Müller (SPD) war überzeugt, dass ein jahrelang gehegter Wunsch vieler Radfahrer erfüllt werde. So gelinge die Anbindung an den bislang in Gau-Bischofsheim endenden „Amiche“-Radweg.

Es sei seinerzeit nämlich versäumt worden, die ehemalige Bahntrasse wie andernorts zum Radweg umzuwandeln. Für die Befestigung mit Asphalt sprach aus Müllers Sicht der bessere Fahrkomfort, und dieser Lückenschluss diene dem regionalen Radtourismus und auch einer autofreieren Alltagsmobilität, sollte es irgendwann zu Radschnellwegen für Berufspendler kommen.