Neue Fahrrad-Piste verbindet Bodenheim und Gau-Bischofsheim

Auf herrlich glattem Asphalt und mit leichtem Gefälle können Radler nun entspannt zwischen Bodenheim und Gau-Bischofsheim rollen. Foto: hbz/Judith Wallerius

Mehr als 30 Jahre lang haben die Bodenheimer und Gau-Bischofsheimer einen Fahrradweg zwischen beiden Orten herbeigesehnt. Jetzt endlich wurde die asphaltierte Piste eingeweiht.

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BODENHEIM. Mehr als 30 Jahre alt ist der Wunsch der Bodenheimer und der Gau-Bischofsheimer nach einem Radweg, der ihre Orte verbindet. Jetzt endlich wurde er umgesetzt, möglich gemacht durch die Entwässerungsbetriebe Mainz. Die nämlich beklagten sich, der unbefestigte Wirtschaftsweg entlang der unterirdischen Abwasserkanal-Leitung sei für die regelmäßige Wartung des Rohrsystems mit schwerem Gerät nur schwer befahrbar. Die einfache Frage, ob man nicht auf eigene Kosten einen befestigten Weg anlegen dürfe, stieß bei den Gemeinden auf offene Ohren. Und statt Schotter entschied man sich im vergangenen Herbst dann auch gleich für Asphalt.

Am Freitag war offizielle Einweihung des neuen Wirtschaftsweges, der nun auch als Radverbindung zwischen den Gemeinden gilt und zugleich endlich den Anschluss an den sogenannten „Amiche Radweg“ – von Alzey über Gau-Bischofsheim weiter bis nach Ingelheim – bildet. Die Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig und sein „Gau-Bi“-Kollege Patric Müller freuten sich: „Willkommen alle Landschafts- und Radfahrfreunde“, begrüßten sie die vielen jungen und alten Gäste, die es sich an dem herrlichen Frühlingsabend nicht hatten nehmen lassen, den lang ersehnten Radweg auszuprobieren.

Die Begeisterung war groß, denn auf herrlich glattem Asphalt und mit leichtem Gefälle zumindest in Richtung Bodenheim war es ein Riesenspaß, durch die Gemarkung zu rollen. Bislang gab es nur die Alternative Mommenheimer Weg mit schwerer Steigung in Richtung Gau-Bischofsheim.

Bodenheims Bürgermeister Becker-Theilig erklärte, als Anfang der 80er Jahre die „Amiche Bahn“, eine Schmalspurbahn, die die Gemeinden mit dem Rhein verband, zurückgebaut wurde, habe man es versäumt, den Bahndamm zwischen Gau-Bischofsheim und Bodenheim als Radweg auszubauen. Heute sei die Trasse zugewachsen, teils auch abgetragen. Um so schöner sei es nun, dass die Mainzer Entwässerungsbetriebe einen befestigten Zuweg zu dem unterirdisch laufenden Kanal wünschten. Für sie wäre auch Schotter eine Alternative gewesen.

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In den Gemeinden habe man sich dann aber mit der Maßgabe, 50 Prozent der damit versiegelten Fläche ökologisch auszugleichen, für Asphalt entschieden. „Fast kostenfrei und völlig unbürokratisch haben wir so nun endlich einen Weg für die Radfahrer bekommen.“ Gemeinsam durchschnitten sie ein über den Weg gespanntes Band und gaben so die Piste frei.

Nicht nur für die Naherholung und den Fahrradtourismus in Rheinhessen sei der neue Weg ein Gewinn, sondern auch aus Sicht des Klimaschutzes. Mit E-Bikes und E-Tretrollern könnten Menschen der Region jetzt locker bis zum Bahnhof in Bodenheim fahren und von dort in den Zug in die Rhein-Main-Region umsteigen.