Ausgangssperre im Landkreis Mainz-Bingen: Das gilt jetzt

aus Coronavirus-Pandemie

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In immer mehr Gemeinden greifen nächtliche Ausgangssperren. Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte

Nachdem die Inzidenz am dritten Tag in Folge über 100 lag, hat der Landkreis die Corona-Regeln verschärft.

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MAINZ-BINGEN. Die Corona-Notbremse greift jetzt auch im Landkreis Mainz-Bingen: Nachdem der Inzidenzwert am Montag mit 106 nach Samstag und Sonntag zum dritten Mal in Folge die kritische Marke von 100 überschritten hatte, steuert die Kreisverwaltung nun mit einer neuen Allgemeinverfügung nach. Diese verschärft das Corona-Regelwerk für die Bürger zwischen Guntersblum und Bacharach: So wird es ab Mittwoch unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens geben.

Ausnahmen von der Ausgangssperre sind nur aus triftigem Grund möglich. Dazu gehören laut Landkreis die berufliche Tätigkeit oder dringende Besuche bei Arzt oder Tierarzt. Verkaufsstellen im Landkreis müssen ebenfalls ab 21 Uhr schließen. Erneut geschlossen wird ab Mittwoch darüber hinaus auch die Außengastronomie.

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Änderungen bei den Kontaktregeln

Auch die Kontaktregeln werden durch die neuen Vorgaben des Kreises verschärft. Im öffentlichen Raum dürfen sich Personen nur noch alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder einer weiteren Person eines anderen Haushalts aufhalten. Kinder bis einschließlich des sechsten Lebensjahres sind von dieser Regelung ausgenommen. Darüber hinaus wird das so genannte Terminshopping nur noch mit der Vergabe von Einzelterminen an Personen aus einem gemeinsamen Haushalt möglich sein. Abhol-, Liefer- und Bringdienste sollen hingegen auch weiterhin erlaubt sein. Ausgenommen von der generellen Schließung des Einzelhandels sind weiterhin unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte, Apotheken, Tankstellen, Banken, Reinigungen, Zeitschriftenläden, Baumärkte und Blumenläden.

„Körpernahe Dienstleistungen“, bei denen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, etwa in Kosmetik-, Massage- und Tattoo-Studios sind ebenfalls nicht mehr erlaubt. Hier gibt es allerdings Ausnahmen für bestimmte medizinische und hygienische Dienstleistungen – darunter Optiker, Hörgeräteakustiker, Friseure, Fußpflege, Podologie, Logopädie, Physio- und Ergotherapie sowie Reha-Sport.

Ausnahme für Jugendgruppen gilt nicht mehr

Stichwort Sport: Amateur- und Freizeitsport in Einzelsportarten darf künftig auf öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Haushalts ausgeübt werden. Die bisherige Ausnahmeregel für Jugendgruppen gilt nicht mehr. Die Außenbereiche von Zoos, Tierparks und botanischen Gärten bleiben geöffnet – allerdings müssen Tickets im Voraus gebucht werden. Museen, Galerien und Ausstellungen müssen geschlossen bleiben.

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Die landesweite Corona-Inzidenz liegt mit 118 sogar noch etwas höher als in Mainz-Bingen. Für den Dritten Kreisbeigeordneten Erwin Malkmus (FWG) gibt die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen im Landkreis in mehrfacher Hinsicht Grund zur Sorge: „Diese Woche haben wir drei traurige Rekorde gebrochen. Im Landkreis gibt es erstmals über 200 Todesfälle. Diese Woche hatten wir 247 Neuinfektionen. In Summe wurden über 6000 Menschen im Landkreis mit Corona infiziert. Die neuesten Zahlen belegen leider den Bundestrend.“ Auch im Kreis habe es zu Ostern eine kleine Ruhepause gegeben, da weniger getestet wurde – nun stiegen die Zahlen erneut stark an. „Solange wir mit den Impfungen nicht schneller vorankommen, wird sich daran auch wohl nichts ändern. Leider!“, erklärt Malkmus. Insgesamt wurden im Landkreis bisher 30.243 Personen gegen Corona geimpft – 5291 mehr als in der Vorwoche. Davon entfallen 24.765 Spritzen auf Erstimpfungen, die übrigen 5478 sind Zweitimpfungen.

Gleichzeitig hofft Malkmus auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen zur Corona-Bekämpfung. „Das ständige Hin und her in den einzelnen Bundesländern wird in Kürze wohl auch ein Ende finden. Mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene wird es einheitliche Einschränkungen ab bestimmten Inzidenzzahlen geben.“